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Arne Tangherlini
Tief im Netz
leo@fergusrules.com
(leo@fergusrules.com, 1999)

dtv
2002
Übersetzt von Sophie Zeitz
237 Seiten
€ 9,50 [D]


Von Alfred Ohswald am 02.11.2002

  Leo, ein junger Wildfang, eigensinnig, verwöhnt und wegen ihres nicht besonders weiblichen Äußeren frustriert, begibt sich in ihrer Freizeit oft in die virtuelle Welt des Internetz. Mit modernster Ausstattung kämpft sie meist als Fergus in der fiktiven Welt Aperion als Kampfpilotin mit ihrem Freund Bri, mit dem sie nur hier Kontakt hat. Eines Tages trifft sie ihn nicht an und beginnt ihn zu suchen. Dabei begegnet sie dem Mönch Fra Umberto, von dem sie erfährt, dass Bri in einem Loch zu einer anderen, mysteriösen Cyberwelt namens Dløn zusammen mit anderen Dingen aus Aperion verschwunden ist.
  Gemeinsam betreten sie dieses Dløn und beginnen damit eine Reise, die selbst für eine reine Phantasiewelt ungewöhnliche Begegnungen bringen sollte.
 
  Im Klappentext wird ein gewisser Jon Barth mit dem Satz „Alice im Cyber-Land“ zitiert, und das beschreibt den Inhalt dieses Buches wohl am besten. Wobei in „Tief im Netz“ noch deutlicher wird, dass sich das Ganze auf die Hauptfigur der pubertierenden Leo bezieht. Sie steht nicht einer fremden Welt, sondern ihrem eigenen Unterbewusstsein gegenüber. Sie muss ich einer regelrechten Parade von freudschen Symbolen stellen und sie, manchmal mit Hilfe ihres Begleiters, überwinden.
  Arne Tangherlini spielt oft auf andere, bekannte Autoren an. „Umberto“ (Eco) ist als Mönch dabei unverkennbar und offensichtlich und auch die unendliche Bibliothek von Borges ist unschwer zu erkennen. Trotzdem lässt sich der Roman auch als flottes Science-Fiction-Abenteuer lesen und bietet auch so reichlich Unterhaltung und Spannung. Seine Qualitäten liegen im nicht schwer im Nacken und machen ihn anspruchsvoll im Sinne von anstrengend.
  Leider konnte der Autor den Erfolg seiner Erstveröffentlichung bei den Lesen und Kritikern nicht mehr erleben. Er verstarb mit 38 Jahren 1998.

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