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Christoph Ransmayr
Die Schrecken des Eises und der Finsternis
(1984)

Fischer
265 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 30.10.2002

  Josef Mazzini verschwindet 1981 bei einer Reise auf den Spuren der österreichisch-ungarischen Polarexedition, die 1873 Kaiser-Franz-Josef-Land entdeckte. Ransmayr berichtet über sein Schicksal, aber noch mehr beschäftigt es sich mit der Expedition selbst.
  Carl Weyprecht als Kapitän der Admiral Tegetthoff und Julius Payer als Expeditionskommandant zu Land leiteten dieses nicht besonders vom Glück begünstigte Unternehmen. Bald war ihr Schiff in einer Eisscholle festgefroren und sie rieben damit hilflos durch den endlos scheinenden, sonnelosen Winter des Nordens. Nach einem Jahr wurde ihre Scholle mit dem Schiff an ein unwirtliches unbewohntes Land getrieben, das sie nach ihrem Kaiser benannten. Nach Erkundungsfahrten unter unmenschlichen Bedingungen mussten sie schließlich ihr Schiff verlassen und sich auf den Weg zurück machen.
 
  Ransmayr erzählt die beiden Haupthandlungsstränge abwechselnd parallel, wobei die ursprüngliche Expedition deutlich mehr Raum einnimmt. Dabei streut er häufig Tagebucheintragungen der verschiedenen Teilnehmer, was das Buch eher zu einem Sachbuch als einem Roman macht. Das Ransmayr sich mit Spekulationen weitgehend zurückhält, verstärkt diesen Eindruck noch.
  Etwas störend sind manchmal eingestreute Vorausblicke in der Handlung, die nicht besonders geschickt eingesetzt sind. Und die ganze Geschichte des Josef Mazzini passt irgendwie nicht recht dazu. So ergiebig, spannend und interessant der Bericht über die historische Expedition ist, so unergiebig und fremd bleibt Mazzinis Schicksal.
  Im Buch sind auch etliche Zeichnungen vom Expeditionsteilnehmer Julius Payer abgedruckt.

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