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Alan Moore (Text) / Eddie Campbell (Zeichnungen)
From Hell
(1989)

Cross Cult
2015
Übersetzt von Gerlinde Althoff
592 Seiten
ISBN-13: 978-3864258138
€ 35,- [D]


Von Alfred Ohswald am 17.10.2002

  Moore, der durch den ungewöhnlichen Superheldencomics “Die Wächter” bekannt wurde, hat sich hier der Legende um Jack the Ripper angenommen. Weit ausholend, präsentiert er dem Leser, im Gegensatz zur Verfilmung mit Jonny Depp, schon früh den Mörder. Nicht die Mördersuche spielt hier eine Rolle, die Protagonisten, Lebensumstände Ende des 19. Jahrhunderts in London und die Hintergründe der Mordserie stehen im Vordergrund. Der Serienmörder ist die zentrale Figur, nur der Polizist Abberline spielt noch eine ähnlich wichtige Rolle. Nicht wenige Prominente tauchen auf, selbst Königin Viktoria spielt eine wichtige Rolle.
  Neben Campbell zeichnete auch Pete Mullins an diesem umfangreichen Werk, was bei genauem Hinsehen durch die unterschiedlichen Stile auch auffällt. Die dunklen, manchmal etwas hastig hingezeichnet wirkenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen geben das nächtliche oder verregnete London atmosphärisch unheimlich dicht wieder und passen auch zur generell vorherrschenden, düsteren Stimmung.
  Der Leser braucht allerdings die Geduld, sich tief in das Geschehen und die Figuren einzulassen. Es ist keine temporeiche Geschichte. Da fährt man z.B. seitenlang mit dem Mörder und seinem Kutscher kreuz und quer durch London und bekommt seine obskuren Monologe zu hören. Hier wird nicht nur die Geduld des Kutschers stark beansprucht.
  Der fast 40 Seiten lange Anhang zeigt, wie umfangreich Moore recherchiert hat. Dieser Anhang besteht aus zwei Teilen. Zuerst kommen Kommentare und Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln und im zweiten Teil geht Moor, nicht ohne Humor, auf die zahlreichen Theorien zu dieser Jahrhundertlegende ein.
  Ursprünglich wurde „From Hell“ in drei Teilen veröffentlicht. Jetzt ist es, vermutlich auch anlässlich der Verfilmung als Gesamtausgabe erhältlich. Ein wahrer Ziegelstein von einem Comics aber natürlich besser, als immer gespannt auf die Fortsetzung warten zu müssen. Eine lobenswerte Entscheidung des Verlages, dieses „Grafik-Epos“ (Grafic Novel wäre untertrieben) in der passenden Form herauszubringen. Beim Verlag gibt es für Liebhaber übrigens auch eine Luxusausgabe im Schuber.

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