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Martin Scott
Der Drachentöter
Das Geheimnis von Turai
(Thraxas, 1999)

Blanvalet
2002
Übersetzt von Wolfgang Thon
451 Seiten
€ 7,90 [D]


Von Christian Pree am 15.10.2002

  Turai: Stadtstaat, Schmelztiegel für Menschen, Elfen und Orgks sowie Mischlinge, umgeben von mächtigen Feinden, und alles geht langsam aber sicher den Bach runter.
  In dieser Umgebung agiert Thraxas, ein Ex-Soldat und Ex-Polizist, als Privatdetektiv mit nebenbei ein bißchen Zauberkraft. Er lebt nicht gerade im besten Teil der Stadt, und um seine Finanzen ist es üblicherweise schlecht bestellt. Das kann auch mit seinem ausgiebigen Lebertraining durch Bier zu tun haben. Trotzdem hat er einen gewissen Ruf als zuverlässiger Detektiv.
  Seine Fälle pflegen sich meist eher komplex zu entwickeln, und beziehen dann auch hohe Würdenträger der Stadt mit ein. Als Hilfskräfte stehen ihm eine Ex-Gladiatorin, ein Kneipenwirt und ein sozial abgestiegener Zauberer zur Seite. Er hat Kontakte zu hohen Polizeikreisen, wobei der einzige ehrliche Bulle keinen hohen Rang bekleidet, und mit der lokalen Verbrechensorganisation ist er nicht unbedingt befreundet.
 
  Kommt das alles jemand ein bißchen bekannt vor?
  Wer den Karenta-Zyklus von Glen Cook gelesen hat, der wird vertraute Umgebung antreffen. Ich hatte jedenfalls noch selten ein derartiges Deja Vu. Nur: Der Karenta-Zyklus ist definitiv besser. Nicht daß die Turai-Romane schlecht wären: Aber wenn ich den Karenta-Zyklus nicht gekannt hätte, hätten mir die Romane wohl deutlich besser gefallen. Aber so gilt: Wem der Karenta-Zyklus gefallen hat, dem wird wohl auch Turai zusagen. Wem er nicht gefallen hat, braucht sich sich Turai auch nicht zu kaufen. Und wer Karenta nicht kennt, sollte zuerst Karenta lesen - dort geht es schwärzer und böser zu.

Von Alfred Ohswald am 29.10.2002

  Thraxas ist Privatdetektiv in der Stadt Turai und finanziell zur Zeit nicht eben flüssig. Eine Unterweltorganisation, bei der er Wettschulden hat, sitzt ihm auch im Nacken. Da kommt es nicht ungelegen, dass er einen lukrativen Auftrag von einer Prinzessin bekommt. Aber dieser scheinbare Glücksfall bringt ihn in Teufels Küche. Während er hinter einem Zauberspruch, magischen Elfentuch, einem Brief und einer großen Menge Drogen herjagd, scheinen ihm sämtliche Orks, bösen Magier, Drachen, Elfen, Priester und sonstige zwielichtige Figuren auf den Fersen zu sein. Bald hat er mehr damit zu tun, seine Haut zu retten, als seine immer mehr werdenden Aufträge aufzuklären.
 
  Eine Parodie der Noir-Krimis von Dashiell Hammett, Raymond Chandler und Co. In einer Fantasy-Welt, mit allem Drum und Dran. Nur der immer wieder aufblitzende Humor und der nicht sonderlich „harte“ Held unterscheiden den Roman, neben dem ungewöhnlichen Hintergrund, doch deutlich von seinen Vorbildern. Dieser Humor lebt in erster Linie von Anspielungen, die nicht unbedingt schwer zu durchschauen sind. Namen wie „Corelonaxas“ oder „Conax“ zum Beispiel.
  Der von den Vorbildern übernommene, geradlinige, knappe Schreibstil und die abwechslungsreiche Geschichte selbst sorgen für Kurzweile beim Lesen. Nirgends wird es auch nur kurz Langatmig oder Mühsam und mit einem richtigen Ende, auch wenn es einen weiteren Roman mit Thraxas gibt. Einmal eine Abwechslung zu den sonst in der Fantasy üblichen Tri- bis Unendlichologien.

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