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Jeffrey E. F. Friedl
Reguläre Ausdrücke
(Mastering regular expressions)

O'Reilly Verlag
2001
Übersetzt von Andreas Karrer
350 Seiten
€ 30,- [D]


Von Bruno Hopp am 14.10.2002

  Reguläre Ausdrücke - bei diesem Titel wird sich mancher Computeranwender fragen, was sich darunter wohl Geheimnisvolles verbirgt. Reguläre Ausdrücke, im Englischen als "regular expressions" bekannt stellt Jeffrey Friedl mit ansteckender Fröhlichkeit und sprachlicher Leichtigkeit hier als Elemente vor, die das Grundgerüst für beinahe jede Programmiersprache, für zahlreiche interaktive Routinen bilden und sogar in jeder alltäglichen Kommunikation von Menschen vielfach vorkommen. Reguläre Ausdrücke beschreiben Folgen von Zeichen, von Worten - der Anfang erscheint geradezu kinderleicht. Aber was passiert, wenn eine Suchroutine (womöglich eine Internet-Suchmaschine) von mir mit einem Begriff gefüttert wird? Dann müssen Worte in Zusammenhänge gestellt werden, denen wir Menschen 'Sinngehalt' zuschreiben. Oder ein beliebiges Programm soll eine Benutzereingabe verarbeiten: wie stelle ich sicher, dass diese Benutzereingabe zulässige Werte enthält und keinen Unsinn? Friedl führt locker in den Umgang mit regulären Ausdrücken, vorzugsweise mittels der Programmiersprache Perl ein - weitere bekannte Computersprachen (z.B. Java, C++) kommen ebenso vor.
  Jeder
 Computeranwender, der del *.* benutzte, hat schon einen regulären Ausdruck genutzt (womöglich ohne es zu wissen). Bei regulären Ausdrücken werden einfache bis komplexe Suchmuster konstruiert, es werden ganze Verzeichnisbäume oder rekursive Suchmuster durchlaufen. Texte werden gezielt verändert, Abkürzungen eingesetzt oder aufgelöst. Z.B. können Systembetreuer damit gezielt in Logdateien nach interessanten Ereignissen fahnden, Umfrageforscher suchen gezielt nach Aussagen in Interviewtexten und Betreiber von Internet-Suchmaschinen bieten ihren Nutzern eine handliche grafische Oberfläche um gewünschte Information leichter zu finden - hinter all dem steht die Leistung der Regulären Ausdrücke. Jeder der einmal den Inhalt seiner Festplatte nach einer bestimmten Dokumentenart und darin nach einem bestimmten Schlüsselwort durchsuchte, wird diesen großen Nutzen nicht mehr vermissen wollen!
  An vielen Stellen zeigt Friedl die feinen Unterschiede, wenn lex, sed, awk, Perl, Python oder Emacs in ihrer Leistung als "RegEx-Maschinen" betrachtet werden. Programmiertechnische Standards wie POSIX, DFA und traditionelle NFA kommen zur Sprache, das allgegenwärtige Pattern-matching und Merkmale "gieriger" Algorithmen ebenso wie die Effizienz dieser Algorithmen.
  Mit sprachlicher Leichtigkeit, aber immer hochpräzise und mit zahlreichen eindrucksvollen Beispielen zeigt Friedl mit diesem Band auf, dass das Denken in Regulären Ausdrücken subtile Feinheiten, aber auch unerhörte Stärken anbietet, die mit diesem Buch leicht zugänglich werden. Wer jemals glaubte, Computerprogrammierung sei einzig am mathematischen Denken ausgerichtet, sollte sich mit Jeffrey Friedls "Reguläre Ausdrücke" davon überzeugen, dass es auch hier eine weite Welt zu entdecken gibt, in der Sprache, Worte und deren Regelhaftigkeiten eine zentrale Rolle spielen.
  Für den Rezensenten war Friedls Buch eine absolut faszinierende Lektüre, weil hier die teils hochkomplexen Modelle der Informatik (etwa aus der Algorithmentheorie) mit alltäglichen, praktischen Anforderungen von Computernutzern direkt zusammentreffen.
  Reguläre Ausdrücke bieten viele elegante Wege, um Informationen systematisch zu suchen, zu filtern und gezielt weiterzuverarbeiten. Mit anderen Worten: wer sich ernsthafter mit der Programmierung von Computern befassen möchte, häufig Texte be-/verarbeiten und durchsuchen muß, sollte Friedls' "Reguläre Ausdrücke" immer in Griffweite stehen haben!
 
  Kleine Anmerkung: und ich weiss jetzt endlich, weshalb "DFA-Maschine" ein ganz furchtbarer teutonischer Pleonasmus ist!

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