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Helmuth Schönauer
Der eingecremte Blick auf Vilnius

Edition Selene
2002
151 Seiten


Von Alfred Ohswald am 12.10.2002

  Hofer soll nach Litauen fliegen, um dortigen Vogelbeobachtern Feldstecher der Innsbrucker Firma zu verkaufen, bei der er arbeitet. Die Reise beginnt mit Pannen. Sein Flugzeug stürzt gleich beim Start am Innsbrucker Flughafen ab, was er aber ohne Blessuren übersteht. In Wien zwischengelandet, wird er von der Firma noch mal zurück nach Tirol beordert.
  Aber schließlich gelingt die Reise doch und Hofer landet wohlbehalten in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Gleich nach ihm trifft eine Delegation österreichischer Litaraten ein, die ihn zumindest teilweise auch auf dem Heimflug begleiten werden. Nun führt Hofer in den nächsten Tagen den Feldstecher Vogelkundlern und –beobachtern vor und sich selbst einem Puff und einer polnischen Prostituierten.
 
  Die Handlung dient Schönauer als Bogen für die Pfeile seiner satirischen Betrachtungen zur EU, zu Österreichs Außenministerin, Sozis, Nazis, Literaturszene, Lokalpolitik, der blauen Bürgerwehr, Sexualleben, dem pragmatisierten Beamten in verschiedenen Abarten und überhaupt des Österreichers im Allgemeinen und Besonderem. Die Pfeile sind gut gezielt aber der Bogen hat wenig Spannung. So knapp und lakonisch die Handlung erzählt wird, Hofer steigt in einem Satz aus einem Bus und steht im Nächsten schon unter der Dusche im Zimmer einer Nutte, so ausufernd geraten ihm manchmal seine Kommentare zu Gott und der Welt. Dieses ausführliche „Raunzen“ über die Zustände nimmt, überraschend für einen Tiroler, oft fast typisch wienerische Züge an. Deswegen ist es nicht unbedingt schlecht gelungen und es finden sich nicht wenige Stellen, die dem Leser ein Schmunzeln auf die Lippen zwingen. Etwas mehr Litauen oder Erlebtes von Hofer hätte nicht geschadet.

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