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Katherine Neville
Das Montglane-Spiel
(The Eight, 1988)

Goldmann
1999
Übersetzt von Manfred Ohl und Hans Sartorius
634 Seiten
€ 9,- [D]


Von Alfred Ohswald am 06.10.2002

  Kat hat sich zu einer wichtigen Position bei einer der einflussreichsten Wirtschaftprüferfirmen hochgearbeitet. Als sie sich weigert, ihren Chef eine nicht ganz legale Gefälligkeit zu erweisen, wird sie für ihren nächsten Auftrag buchstäblich in die Wüste, nach Algerien geschickt. Lily, die Tochter von Kats väterlichen Freund Harry, ist eine begnadete Schachspielerin. Sie bittet Kat, sie zu einem Schachturnier zu begleiten, bei dem sie am nächsten Tag selbst spielen soll. Dort begegnet Kat dem faszinierenden russischen Schachmeister Solarin, dessen Gegner auf rätselhafte Weise ermordet wird. Damit wird Kat in gefährliche Machenschaften um ein uraltes Schachspiel hineingezogen.
  Einst bekam Karl der Große von den Mauen ein wunderschönes, wertvolles Schachspiel geschenkt. Als er bemerkte, dass dahinter ein uraltes, gefährliches Geheimnis steckte, ließ er es in einem Kloster in Frankreich verstecken.
  Ungefähr tausend Jahre später ereignen sich in Frankreich umwälzende Ereignisse, die Revolution ist ausgebrochen. Die Äbtissin des Klosters lässt das geheimnisvolle Schachspiel ausgraben und schickt Brett und einzelne Figuren durch ihre Nonnen in alle möglichen Verstecke um sie den Zugriff gieriger Hände zu entziehen. Einige Männer sind dem Geheimnis schon auf der Spur und machen Jagd auf die verstreuten Teile. Die beiden jungen Mädchen Valentine und Mireille gehen mit ihren beiden Figuren nach Paris, aber damit begeben sie sich auch in die Höhle des Löwen. Die Äbtissin reist mit dem Brett und einigen Figuren nach Russland zu Katherina der Großen, aber die Zarin verfolgt auch eigene Ziele.
 
  Neville hat einen Haufen Zutaten zu einer weit ausschweifenden Geschichte zusammengefügt. Viel Geschichte mit einer Menge bekannter Persönlichkeiten, etwas Schachhintergrund, eine kräftige Prise mystischen Hintergrund und eine moderne Heldin ergeben bei ihr einen vielschichtigen Schmöker.
  Der historischen Hintergrund ist manchmal nicht besonders genau recherchiert,so stellt z.B. die Sphinx bei ihr eine Frau dar und auch sonst bezieht sie sich oft mehr auf Mythen, als auf die Historiker. In manchen Situationen lässt sie ihre Heldin zu leicht aus schwierigen Situationen entkommen. Zweimal werden Kat und ihre Begleiter geradezu spielerisch locker mit bewaffneten Widersachern fertig, was weder besonders glaubwürdig noch originell ist. Auch stilistisch ist der Roman bloß halbwegs gekonntes Handwerk.
  Trotzdem ist er insgesamt gelungene Unterhaltungslektüre. Als Schmöker für den Urlaub o.ä. durchaus empfehlenswert, wenn man sich an der oben erwähnten Schwächen nicht direkt stört. Die weit verzweigte Geschichte ist sehr spannend erzählt und das ist auch der nicht zu unterschätzende Pluspunkt des Romans.

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