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Daniel Keel / Barabara Bauer / Anna von Planta (Hrsg.)
Das Simenon Lesebuch
Erzählungen, Reportagen, Erinnerungen, Briefwechsel mit André Gide, Brief an meine Mutter

Diogenes
2002
526 Seiten
€ 10,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 28.09.2002

  Diese Neuausgabe des „Das Simenon Lesebuchs“ richtet sich an Leser, die Simenon schon kennen; an Fans. Zuerst gibt’s Beiträge und Essays von Elke Schmitter, Franz Schuh, Federico Fellini und Gabriel Garcia Márquez über Simenon und sein Werk. Es folgen die fünf Erzählungen „Der kleine Schneider und der Hutmacher“, die stark an das von Claude Chabrol mit Charles Aznavour und Michel Serrault verfilmte „Die Phantome des Hutmachers“ erinnert, „Monsieur Safts Schicksal“, „Der Orangenbaum auf den Marqueas-Inseln“ (aus dem Nachlass zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht) und die beiden Maigret-Erzählungen „Die Aussage des Ministranten“ und „Der Mann auf der Straße“. Fünf andere Texte Simenons und ein Interview mit ihm zeigen teilweise schon mehr die Person des Autors.
  Schließlich kommt der umfangreichste Teil des Buches, der Briefwechsel zwischen ihm und dem Literaturnobelpreisträger André Gide, das tiefe Einblicke in seine Persönlichkeit und seine schriftstellerische Tätigkeit gewährt. Das ist natürlich nur für Simenon-Kenner von Interesse. Noch persönlicher wird’s bei einem Brief Simenons an seine Mutter drei Jahre noch ihrem Tod. Dazu muss man erwähnen, dass er ein sehr schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter hatte. Im Anhang finden sich noch einige Daten, wie eine kurze chronologische Biografie, eine, bei Simenons legendärem Schreibtempo, natürlich sehr umfangreiche Bibliografie und ähnliches mehr.
  Wie bereits oben geschrieben, ist das Buch für Simenon-Fans gedacht. Der durchschnittliche Leser bekommt mit den Erzählungen, den Reportagen und sonst noch dem einen oder anderen Text in dem Buch hervorragenden Lesestoff, für dem Briefwechsel Simenon-Gide werden sich kaum welche anfreunden können. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, diesen Briefwechsel in einem eigenen Buch zu veröffentlichen, was aber sicher den moderaten Preis des Buches wiederum nicht erlaubt hätte. So bekommt der Leser schlimmstenfalls mehr, als er kaufen wollte.

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