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Antje Babendererde
Der Pfahlschnitzer

Hannah
1999
272 Seiten


Von Alfred Ohswald am 06.09.2002

  Hanna ist von Deutschland in das Reservat der Makah im Nordwesten Amerikas gereist, um den Vater ihrer Tochter zu finden. Der Pfahlschnitzer Jim ist vor fünf Jahren mit ihr nach Deutschland gereist, um einen Totempfahl für ein Museum zu schnitzen. Hanna und Jim verliebten sich. Er reiste in sein Reservat zurück, um alles in ihrer zukünftigen, gemeinsamen Heimat auf ihre Ankunft vorzubereiten. Seitdem hatte sie nichts mehr von ihm gehört und ohne sein Wissen ihre gemeinsame Tochter geboren.
  Auf einer Aussichtsplattform im Reservat bricht das Geländer und Hanna stürzt ins Meer. Der Fischer Greg rettet sie und bringt sie zu sich nach Hause. Der Zufall will es, dass Greg Jims Ziehbruder war und sein Vater Hanna hasst, weil sie ihn nach seiner Meinung seinem angestammten Platz entrissen hat. Greg steht ihr anfangs auch reserviert gegenüber, mit der Zeit kommen sie sich jedoch näher.
  Das Geländer auf der Aussichtsplattform war noch relativ neu und wurde offensichtlich absichtlich in eine tödliche Falle verwandelt. Auch in der Vergangenheit kamen schon immer wieder ähnliche Fälle vor, die aber bisher als Unfälle abgetan wurden. Jetzt kommt der Verdacht auf, dass jemand Attentate auf Fremde im Reservat der Makah verübt.
 
  Antje Babendererdes erster Roman über die Lebensumstände der heutigen Indianer handelt, wie ihr zweiter Roman „Der Walfänger“, beim Stamm der Makah. Die Makah leben im nordöstlichen Amerika an der Küste und leben hauptsächlich vom Fischfang und heute auch vom Tourismus. Die Konflikte, die aus der Rückbesinnung auf die Tradition und einem Leben in der heutigen Welt entstehen, sind das Hauptthema der Autoren. Aufgrund ihrer Kenntnisse durch Reisen zu verschiedenen Indianerreservaten verfällt sie dabei nicht in eine naiv-gutmütige Sichtweise, sondern hat sich, trotz ihrer Sympathie für die Indianer, einen Blick für die Realität und die aktuellen Probleme erhalten.
  Der Roman gewinnt etwa ab der Hälfte etwas an Tempo und Spannung. Vorher nimmt die Einführung der Charaktere und des Hintergrundes viel Raum ein. Auch die Spannung, die aus einer Beziehung zwischen einer weißen Frau und einem indianischen Mann entstehen, spielt bei ihr immer eine große Rolle.

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