Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
T. E. Lawrence
Die sieben Säulen der Weisheit
Lawrence von Arabien
(Seven Pillars of Wisdom, 1927)

dtv
2001
Übersetzt von Dagobert von Mikusch
863 Seiten
€ 15,- [D]


Von Alfred Ohswald am 26.08.2002

  Die Alliierten fördern im 1. Weltkrieg einen Aufstand der Araber im Osmanischen Reich der mit Deutschland und Österreich-Ungarn verbündeten Türken. Der junge E. T. Lawrence hat während eines ein paar Jahre langen Aufenthaltes im Land die Sprache und die Menschen kennengelernt und wird jetzt zur Unterstützung des Aufstandes zu den Arabern geschickt. Das ist der Beginn der Geschichte des berühmten Lawrence von Arabien.
  In „Die sieben Säulen der Weisheit“ beschreibt Lawrence seine Erlebnisse und Eindrücke aus eigener Sicht. Weder Personen noch Handlung des bekannten Filmes haben viel mit der hier geschilderten Realität gemeinsam.
  Das Buch ist in einem geradlinigen ungekünstelten Stil geschrieben und entbehrt jedes Pathos. Eher selten schreibt Lawrence über seine Gedanken und Zweifel; im Vordergrund steht der reine Tatsachenbericht. Trotzdem ist das Buch sehr spannend und auch die vielen Beschreibungen der zahlreichen Reisen führen kaum zu ermüdenden Längen. Das Buch steht in der Tradition der klassischen Reiseberichte bekannter Entdecker und Abenteurer.
  Nur am Beginn lässt es sich, mit den grundsätzlichen Betrachtungen über Land und Leute, etwas zäh an. Davon sollte man sich aber in keinem Fall abschrecken lassen.

Von Sascha Todtner am 04.08.2009

  Spätestens seit dem Film „Lawrence von Arabien“ hat der britische Autor Thomas Edward Lawrence, der sich während des 1.Weltkriegs auf die Seite der Araber gegen die Kolonialmächte stellte, und sein 1926 erschienener Kriegsbericht „Die sieben Säulen der Weisheit“ einen Berühmtheitsstatus den schwerlich eine andere Autobiographie erreichen kann. Das sehr umfangreiche Werk wurde jetzt von List Taschenbuch wiederaufgelegt.
 
  In diesem 857 Seiten umfangreichen Werk erzählt der Autor von seinem Auftrag der „Triple Entente“ im ersten Weltkrieg den Aufstand der Araber gegen die mit den Mittelmächten verbündeten Türken zu unterstützen, da der junge Lawrence durch einen Aufenthalt sowohl mit der Sprache als auch den Landesgewohnheiten vertraut ist. Er erzählt von seinen Eindrücken und Erlebnissen, von den Schlachten, aber genauso von Reisen, Bräuchen und Sitten der Bewohner und der Landschaft.
 
  „Die sieben Säulen der Weisheit“ ist ein typischer Reisebericht in Tradition der großen Forscher wie Alexander von Humboldt oder Charles Darwin, der in einem klaren nüchternen und doch präzisen Stil geschrieben wurde und zahlreiche Autoren der Zeit für sich gewinnen konnte. Als namhafte Beispiele wären Georg Bernhard Shaw oder Edward Morgan Forster.
  Der Reisebericht und die Darstellung Lawrence werden vor allem Kenner des Films, die auf das Buch zurückgreifen, enttäuschen, da der Film von seiner Vorlage, diesem Buch erheblich abweicht, dennoch weißt das teilweise spannende Buch auch vor allem zu Beginn langatmige Stellen auf, die den Leser abschrecken könnten, aber erst einmal überwunden erfreut die klare Sprache und die Darstellung der historischen Ereignisse den Leser.
  Diese Fassung basiert auf der lange nicht veröffentlichten Oxford-Ausgabe, welche Thomas Edward Lawrence nach dem Verlust der ersten auf dem Rückweg im Zug neugeschrieben hat und welche nach seinem Tod ihm zu Ruhm und Ehre verhalf.
  Die List Taschenbuch Ausgabe überzeugt durch zusätzliche Informationen zur Textgeschichte, sowie einem Orts- und Namensregister. Auch das Preis-Leistungsverhältnis lädt zum Lesen ein.
 
  „Die sieben Säulen der Weisheit“ des englischen Soldaten Thomas Edward Lawrence stellen eine Kriegs- und Reisebericht der besonderen Art dar, welcher vor allem Leser von Abenteuerromanen, Reiseberichten und Autobiographien erfreuen wir, aber auch historisch interessiertes Publikum und Filmliebhaber, die auf die Vorlage zurückgreifen wollen, können sich bei diesem Buch des Lesegenusses sicher sein.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.