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Ambrose Bierce, Mark Twain, Alfred Andersch u.a.
Geisterstunde
Gruselgeschichten

Hörverlag
2002
€ 14,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 21.08.2002

  Auf den 2 CDs sind insgesamt 8 klassische Gruselgeschichten enthalten, die von sechs verschiedenen Sprechern gelesen werden.
 
 „Eine Spukgeschichte“ von E.T.A. Hoffmann
 Gelesen von Marc Oliver Schulze
  Die Geschichte hat den besonderen Charme ihrer Entstehungszeit, was bei Gruselgeschichten oft sehr gut passt.
 
 „In einer Sommernacht“ von Ambrose Bierce
 Gelesen von Michael Quast
  Hier ist der für Ambrose Bierce so typische, tiefschwarze Humor bei der Pointe das Hauptmerkmal. Sehr kurz und sehr knapp formuliert, eignet sie sich hervorragend zum Vortragen und Michael Quast findet den passenden unaufgeregten Ton.
 
 „Das besetzte Haus“ von Julio Cortázar
 Gelesen von Renate Kohn
  Eine sehr stille Gruselgeschichte, zu der Renate Kohns Stimme hervorragend passt.
 
 „Geistererscheinung“ von Heinrich von Kleist“
 Gelesen von Michael Quast
  In diese in der Nähe von Prag spielende Erzählung geht es um einen etwas einfältigen Jungen, der einen Geist sieht und jedes Mal Prügel kassiert, wenn er davon erzählt. Schließlich wird ihm doch geglaubt und das Schicksal sorgt für ausgleichende Gerechtigkeit.
  Hier herrscht eine leichte und ironische Stimmung und wieder trifft Quast ihn ausgezeichnet. Zusammen mit dem völlig anderen „Der Horla“ von Maupassant der Höhepunkt dieser Sammlung.
 
 „Die Letzten vom Schwarzen Mann“ von Alfred Andersch
 Gelesen von Marc Oliver Schulze
  Eine ruhige, kurze Geschichte mit etwas ungewöhnlichen Geistern. Der Grundtenor ist melancholisch.
 
 „Der Horla“ von Guy de Maupassant
 Gelesen von Charles Bauer
  Eine sehr dunkle Erzählung, deren Stimmung Bauer perfekt rüberbringt. Der oben erwähnte zweite Höhepunkt der CDs.
 
  „Der Golem“ von Gustav Meyring
 Gelesen von Bernt Hahn
  Das ist ein sehr kurzer Ausschnitt aus dem Roman. Dieser Klassiker des Expressionismus war einst ein Bestseller, ist aber für heutige Lesegewohnheiten keine einfache Kost. Der Ausschnitt bringt allerdings eine der seltenen Szenen, wo Meyring halbwegs konkret wird und nicht nur Einbildungen und Ängste seiner Hauptfigur wiedergibt. Mit dem klassischen Golem hat aber auch der Roman kaum etwas zu tun.
 
 „Eine Gespenstergeschichte“ von Mark Twain
 Gelesen von Udo Wachtveitl
  Twains kleine Gruselgeschichte ist eindeutig humorvoll gemeint und lockt vermutlich den meisten Zuhörern bei der Pointe ein Lächeln ins Gesicht.
 
  Die sieben Kurzgeschichten und der Romanausschnitt sind thematisch und stilistisch weit gestreut. Es sollte sich wohl für jeden Geschmack einiges finden. Nur das einigermaßen sperrige„Der Golem“ ist keine besonders glückliche Wahl. Eine andere Geschichte hätte sicher besser ins Gesamtbild gepasst. Aber insgesamt ist es eine gelungene Zusammenstellung mit guten und manchmal ausgezeichneten Sprechern.

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