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Frédéric Beigbeder
Ferien im Koma

Rowohlt
2002
Übersetzt von Brigitte Große
155 Seiten
€ 12,- [D]


Von Volker Frick am 14.08.2002

  Der Dandy des 21sten Jahrhunderts ist von trauriger Gestalt. Als literarische Figur in dieser Zeit eh obsolet, bleibt Ego nur jener Zynismus, der sich merkwürdig kleinkariert konterkarikiert und seine larmoryante Gefühlslosigkeit offen ausbreitet. Marc Marronnier ist der Protagonist, wie auch schon in “Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause”. Und wie jener erste Band so auch dieser zweite Band, betitelt “Ferien im Koma”, Teil einer Trilogie. Schlimm genug.
  “Ferien im Koma” überrascht durch die Fähigkeit zur Floskel und durch die sprachliche Monotonie des Erzählens, was nur verdeutlicht, hier ist kein Erzähler am Werk, wodurch wiederum das eigentlich Erzählenswerte auf der Strecke bleibt, gäbe es es denn.
  Frédéric Beigbeder hat dieses Buch geschrieben. Ohne den „hype“ um Herrn Houellebecq hätten die Bücher dieses Schriftstellers, nein, dieses Autors, nein, ohne den „hype“ um Herrn Houellebecq hätten die Bücher dieses Phrasendreschers ihren Weg auf den deutschen Buchmarkt eh eher nicht gefunden.
  Der Rebell des 21sten Jahrhunderts ist eine müde Attitude des Zeitgeistes. Als Roman ist dieser - wenn vor den kurzen Kapiteln auch Zitate von Guns’n’Roses, aber eben auch Borges und Beckett, den Gehalt, wenn da einer wäre, aufzublähen suchen - als Roman ist dieser so bezeichnete nicht zu bezeichnen.
  Im Klappentext zu “39,90”, dem ersten Buch von Beigbeder in Deutschland, ist zu lesen “Beigbeder reiht sich damit ein in die Front jener französischen Autoren um Michel Houellebecq, die den Verantwortlichen der globalen Realität den ‘Kampf auf Leben und Tod’ angesagt haben.” Globale Realität blah blah. Das war’s dann aber auch.

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