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Daniel Brereton / Dan Brereton
The Nocturnals - Black Planet

Oni Press
1998
184 Seiten
$ 19,95


Von Michael Lehmeier am 09.08.2002

  Stellt euch ein Gruppe Ausgestoßener vor. Zwei Außerirdische (Doc Horror und seine Tochter Eve), Kreaturen aus Forschungslabors (Komodo, Starfish), stofflich gewordene Gespenster (Polychrome), ein Zombie mit zwei Pistolen (The Gunwitch, Eves Babysitter) und noch einige mehr. Sie alle haben zwei Sachen gemeinsam: Sie verabscheuen das Sonnenlicht und sie sehen sich als Familie, die auf sich achtgibt.
  Erfunden wurde diese Reihe von Dan Brereton, der den deutschen Lesern wohl am besten durch "Batman - Thrillkiller" bekannt sein dürfte. Er malt mit dunklen, aber sehr farbigen Wasserfarben und hat eine Vorliebe für Horrorgeschichten. "The Nocturnals" ist sein Eigenprojekt, das er zwischen seinen Arbeiten für die großen Verläge realisiert. Er hat sich dabei die Frage gestellt, wie es wohl währe, Monster und Horrorgestalten zu Helden einer Serie zu machen, die zwar alle Eingenschaften haben, die ihnen auch sonst zugesprochen werden, allerdings allesamt sympathisch sind. Außerdem durfte die Reihe nicht in eine Parodie wie die "Addams Family" abgleiten. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen.
  "Black Planet" ist die erste Kurzserie, die in einem Taschenbuch zusammengefasst beim Kleinverlag Oni Press erschienen ist.
  In dieser Geschichte geht es um einen Machtkampf in der Unterwelt, (und damit meine ich Gangster usw.) mit eine Firma für Gentechnik und deren Verbindung zu Doc Horror und dem Planeten, von dem er und seiner Tochter kommen. Außerdem gibt es noch Probleme mit entflohenen Laborexperimenten und der hiesigen Polizei. Das ist alles in kürze schwer zu erklären. Entscheidend für den Lesespaß finde ich sowieso die Charaktere, deren Beziehungen untereinander, sowie zu ihren Freunden und Feinden. Zum Beispiel das Mädchen Eve, deren Babysitter Gunwitch ein schweigsamer aber schwerbewaffneter Zombie ist. Sie liebt ihn, auch wenn es schwer vorstellbar ist. Oder die Haßliebe zwischen der amphibischen Starfish und dem Mensch/Waschbär-Hybriden Racoon, der versucht, die Mafia zu übernehmen und dabei durchaus über Leichen geht. Daß das alles dann wirklich zusammenpaßt zeigt, daß mit Dan Brereton nicht nur als Maler, sondern auch als Autor gerechnet werden kann.
  Dan Brereton hat eine Seite im Internet, die es sich zu besuchen lohnt: www.nocturnals.com
 Nach "Black Planet" gab es bis jetzt noch den Spin-Off "Gunwitch", der nicht von ihm gezeichnet wurde und darunter litt, daß es nicht mehr als die zig-ste Version von Yojimbo/Handvoll Dollar war. Die erst kürzlich erschienene Fortsetzung von "Black Planet", "The Dark Forever" ist da schon wesentlich besser, wobei die Story leider auch hier nicht mit "Black Planet" mithalten kann. Ein lohnender Kauf ist es auf jeden Fall noch, schon alleine wegen der Malereien.

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