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Georg Biron
Frauen bei Vollmond

Edition S
1993
228 Seiten


Von Alfred Ohswald am 28.07.2002

  Der Roman handelt von einem Mann, der einer schönen berühmten Frau verfallen ist, mit der er in Wien zusammen aufgewachsen ist. Beide hatten eine turbulente Vergangenheit und sie lebt noch immer sexuell sehr freizügig. Nur ihn lässt sie nicht ran, was ihn einigermaßen frustriert und schließlich auch zu einer Überreaktion treibt. Sie lebt als gefeierte Modedesignerin in New York und er ist Reporter. Die meiste Zeit im Buch verbringt er beim Bau des Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal zwischen England und Frankreich.
  Aber neben der Romanhandlung schweift Biron immer wieder ausführlich zu allen möglichen Themen ab. Ob Josef Roth oder Masturbation, die männlichen oder weiblichen Geschlechtsteile oder die Quantentheorie bis zur legendären Päpstin Johanna oder dem Stimmenempfang aus dem Jenseits. Dabei zeigt er eine profunde Kenntnis mehr oder weniger seriöser populärwissenschaftlicher Bücher. Die harten wissenschaftlichen Fakten bleiben meist unberücksichtigt. Das Päpstin Johann von Historikern als nicht reale Legendenfigur gesehen wird, findet keine Erwähnung und die laut ihm gut durchschnittliche Penislänge seines Helden von 20 cm (etwa eine normale Bierflasche!) scheint auch mehr von blühender Fantasie, als von Realitätssinn zu zeugen. Ähnliches gilt für die meisten Themen, die er immer wieder in die Handlung eingeflechtet. Und diese Ausflüge nehmen deutlich mehr Raum als die eigentliche Handlung ein.
  Das ist alles durchaus unterhaltsam zu lesen. Etwa wie ähnliche Artikel in diversen bunten Blättern. Aber wozu soll dieses Halbwissen gut sein? Die Handlung und die Charaktere selbst sind Biron in anderen Romanen weit besser geglückt.

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