Ernst Molden Austreiben Ein Vampir-Roman
Deuticke 1999 237 Seiten ISBN: 321630468X € 16,90
Von Alfred Ohswald am 24.07.2002 Etwas ist erwacht in den Donauauen. Es ist schön und gefährlich, uralt und voller Begierde. Zuerst nimmt es Besitz von Joe, eigentlich Josef, der eine beliebte Radiosendung um Mitternacht moderiert. In seiner nächsten Sendung erzählt er intime und geheime Dinge über prominente Persönlichkeiten und wird danach, wieder verlassen von dem bösen Geist, in die Psychiatrie eingeliefert. Er folgen weitere Opfer, die morden und meist selbst danach sterben. Inspektor Magister Mirella Sommer, von den meisten Bekannten früher Mimi genannt, wird mit ihrem Kollegen Bruckner auf die Fälle angesetzt. Nach einiger Zeit bekommt sie den Verdacht, dass diese Fälle irgendwie zusammenhängen. Das Böse im Auwald hat ihr aber bereits ihre Aufmerksamkeit gewidmet... Molden verarbeitet die alte Legende des Donauweibchens geschickt zu einem modernen Horrorroman. Bei ihm ist es ein uralter und bösartiger Naturgeist und Succubus. Der Untertitel „Vampir-Roman“ trifft darum nicht ganz den Punkt ist aber sicher verkaufsfördernd, wenn man sich den Erfolg von Anne Rise & Co ansieht. Ein Succubus ist ein Dämon, der seine Opfer sexuell verführt. Das gibt Molden die Möglichkeit für einige originelle erotische Zwischenspiele. Aber er wälzt das Thema nicht übertrieben aus, sondern würzt seine Geschichte nur etwas damit. Neben der gelungenen Geschichte bekommt der Leser noch jede Menge interessante und ungewöhnliche Charaktere und eine stimmungsvolle, aber nicht ausufernde Beschreibung der Donauauen präsentiert. Der Stil ist, für einen Horrorroman, eher ruhig und unspektakulär. Selbst spektakuläre Szenen wirken dadurch wie aus der Distanz beschrieben. Für manchen Horrorfan mag dieser in dem Genre nicht unbedingt gebräuchliche Stil zuerst ungewohnt scheinen, er hat aber durchaus seinen Reiz. Ein wirklicher Geheimtipp für Horrorfans also, die auch einmal etwas abseits des Mainstream versuchen wollen!
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