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Antje Babendererde
Der Walfänger

Merlin Verlag
2002
437 Seiten


Von Alfred Ohswald am 21.07.2002

  Als ihr Freund Robert die Meeresbiologin Irina fragt, ob sie ihn heiraten will, erbittet sie sich Bedenkzeit. Vor Jahren war sie mit dem Makah-Indianer Mitah verheiratet und sie hat diese Vergangenheit noch nicht richtig verarbeitet. Mitah ist inzwischen zu seinem Stamm zurückgekehrt und dort wird eine Waljagd geplant. Der Stamm der Makah darf mit offizieller Erlaubnis Wale auf traditionelle Weise jagen, was unter vielen Tierschützern für beträchtliche Aufregung sorgt. Irinas Forschungsschwerpunkt sind ebenfalls Wale und sie ist auch eine Gegnerin dieser Jagd. So reist sie aus privaten und beruflichen Gründen in das Reservat der Makah.
  Dort steht alles im Bann der bevorstehenden Waljagd und auch weniger sympathische Traditionen stehen plötzlich hoch im Ansehen. Mitha, der sich zum ersten Mal nach seiner gescheiterten Ehe mit Irina wieder für eine Frau interessiert, ist auch Paddler im Walfangboot. Obwohl er selbst nicht ganz frei von Zweifeln ist, fruchten Irinas Überzeugungsversuche bei ihm nicht.
 
  Antje Babendererdes neuer Roman handelt wieder von nordamerikanischen Indianern in der heutigen Zeit und ihrem Kampf um ein Leben in ihrer eigenen Kultur. Dieses Mal bildet eine tatsächlich vom Stamm der Makah durgeführte Waljagd den Hintergrund.
  Neben ihrem beeindruckenden Wissen über die Kultur und Traditionen der Indianer und ihren heutigen Lebensumständen, dass sie sich während eines längeren Aufenthalts bei verschiedenen Stämmen angeeignet hat, versteht sie es auch glaubhafte Charaktere zu beschreiben und der eigentlich wenig spektakulären Handlung einen ausreichenden Spannungsbogen zu geben. Aber ihre Stärke liegt eindeutig in ihren Kenntnissen der indianischen Kultur. Es gibt wenig Autoren im heutigen Literaturbetrieb, die die Lebensumstände der heutigen Indianer auch nur annähernd so gut beschrieben haben. Wer sich für dieses Thema interessiert, liegt mit Antje Babendererde goldrichtig und bekommt noch eine spannend geschriebene Geschichte als Bonus.

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