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Alexandre Jollien
Lob der Schwachheit
(Éloge de la faiblesse, 1999)

Pendo Verlag
2001
Übersetzt von Giovanna Waeckerlin Induni
146 Seiten
€ 15,90 [D]


Von Claudia Janka-Chapó am 17.07.2002

  Der Autor Alexandre Jollien, von Geburt an schwer behindert, geht in seinem von der Academie Francaise ausgezeichneten Buch „Lob der Schwachheit“ der Frage nach, wo die Normalität eines Menschen beginnt und wo sie endet. Nachdem er die ersten siebzehn Jahre seines Lebens in einer Spezialklinik verbracht hat, kehrt er in ein „normales“ Umfeld zurück und erkämpft sich seinen Platz in der Gesellschaft. Mit viel Mut und Willenskraft erfüllt er sich schließlich seinen großen Wunsch, Philosophie zu studieren.
  In seinem Buch beschreibt der junge Autor nun in einem fiktiven Dialog mit Sokrates seine Erfahrungen im Behindertenheim, so etwa die Behandlung durch Pflegepersonal und Psychologen, die freundschaftlichen Beziehungen zu seinen Leidensgefährten oder die bereichernden und prägenden Begegnungen mit der außergewöhnlichen Persönlichkeit des Heimgeistlichen und gibt dem Leser einen tiefen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Auf humorvolle, unsentimentale Weise geht er auf seine Schwierigkeiten bei der Anpassung an das „normale“ Leben ein und schildert, wie die Auseinandersetzung mit der Philosophie ihm geholfen hat, seinem Schicksal die Stirn zu bieten, nicht aufzugeben und sein Leben mit Sinn zu füllen.
 
  Jollien stellt sich in seinem philosophischen Zwiegespräch den Fragen des Sokrates und sucht nach ehrlichen Antworten. Ohne jedes Pathos und Selbstmitleid führt er den Leser in seine Welt des körperlich Behinderten und erschließt ihm seinen Weg in ein Leben, geprägt vom Wert der Freundschaft und der Willensstärke. Ein erfreuliches, mutmachendes Buch, das man nicht so leicht wieder aus der Hand legt.

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