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Georg Biron
Rot ist die Sünde

Aarachne
1996
194 Seiten


Von Alfred Ohswald am 10.07.2002

  Sein Leben verläuft nicht unbedingt zukunftsträchtig. Er schlägt sich mit Prospektausteilen durch, säuft ständig, meist mit seinem Freund Cervenka und sein Liebesleben läßt auch zu wünschen übrig. Cervenka, der ihm ständig mit seiner Ex-Frau in den Ohren liegt, arbeitet in einer Druckerei. Dadurch entsteht an einen benebelten Abend die Idee, Dollarnoten zu fälschen. Doch Cervenka schiebt es immer wieder auf die lange Bank.
  Er lernt eine faszinierende Frau kennen, in die er sich bis über die Ohren verliebt. Nach einigem Hinauszögern landet er endlich im Bett mit ihr. Ihre Sexualpraktiken stellen sich als ungewöhnlich aber durchaus anregend heraus. Bald darauf überredet sie ihn, sie zu heiraten. Bei der Hochzeit stellt sich heraus, dass sie Cervekas Ex-Frau ist...
 
  Brions Held ist eine ziemlich gescheiterte Existenz, die zwischen dem wiener Szeneleben und knapp am Sandlerdasein schwankend, zunehmend versumpft. Diese Mischung aus Lebenskünstler und Pechvogel gerät an die falsche Frau und, später beim Dollar-Deal, an den falschen Mann. Diese eigentlich nicht besonders abwechslungsreiche Handlung, hinterlegt Biron mit einem dichten Hintergrund. Sowohl das Wien, in dem sich der Held herumtreibt, als auch die Charakterbeschreibung der Hauptfigur ist sehr plastisch und realistisch. Der Held ist wahrlich kein Sympathieträger in seiner zwischen dem Hass des Verschmähten und blinder Leidenschaft für seine Auserwählte hin und her pendelnden Beziehung zu Frauen.
  Die Sprache ist deftig bis derb, ständig mit typischen, aber nicht witzlosen „Sagern“ durchsetzt. Eine deutlich härtere Version der Ostbahn-Krimis von Günter Brödel. Sex wird nicht dezent umschrieben aber auch nicht endlos ausgewalzt. Wörter wie „Budern“, „Fut“ usw. sind keine Seltenheit. Wer hier nicht heikel ist, wird ausgezeichnet unterhalten.

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