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Fritz Leiber
Ein Gespenst sucht Texas heim
(A Spectre is Haunting Texas, 1968)

Übersetzt von Birgit Ress-Bohusch
190 Seiten


Von Alfred Ohswald am 05.07.2002

  Die Bewohner des Mondes und eines um ihn kreisenden Satellits haben sich während des 3. Weltkrieges von der Erde losgesagt. Christopher Crockett La Cruz gehört einer dortigen Schauspielertruppe an und wird zur Erde geschickt, um Geld aufzutreiben. Ein Vorfahre von ihm erwarb eine Uranmine in Texas, die Christopher gewinnbringend verkaufen soll. Die Bewohner des Mondsatelliten haben durch das Leben in der Schwerelosigkeit fast alle Muskeln verloren, sind aber um die 3 m groß. Um sich auf der Erde bewegen zu können, braucht Christopher deshalb ein künstliches Außenskelett, das jede Bewegung mit Servomotoren unterstützt.
  Doch als er auf der Erde landet, muss er feststellen, dass sich einiges geändert hat. Texas hat die Macht über fast ganze USA, Mittelamerika und Kanada übernommen und die Texaner sind durch die Einnahme eines Hormons fast so riesig wie die Satellitenbewohner. Die Mexikaner führen unter ihnen eine Art Sklavendasein.
  Christopher wird bald in die politischen Machtkämpfe hineingezogen und landet schließlich beim revolutionären Widerstand der Mexikaner. Die halten ihn wegen seines ungewöhnlichen Aussehens für „El Esqueleto“, ihren in einer Prophezeiung angekündigten Befreier.
  Und dann schwärmt Christopher noch zugleich für die temperamentvolle Tochter des texanischen Gouverneurs und gleichzeitig für die feurige Mexikanerin „La Cucaracha“, was ihm auch in einige Schwierigkeiten bringt.
 
  Leibners „Science-Fiction-Westetn-Parodie” ist eine herrliche Satire. Besonders nimmt er dabei seine texanischen Landsleute aufs Korn aber auch alle Anderen bekommen ihren Teil ab. Dabei erweist er sich als nicht übler Prophet, wenn er z.B. die ehemaligen Hippys als moralinsaure Wissenschaftler beschreibt. Hier kann man so manchen Natur- oder Esoterikfreak aus heutigen Tagen wiedererkennen. In erster Linie geht’s aber um die traditionsbewusst mit Cowboyhut und altem Revolver herumlaufenden und ins Absurde von ihrer Größe überzeugten Texaner und die nicht ganz so edlen, mexikanischen Revolutionäre, die nur ihre Vorliebe für Marihuana gemeinsam haben. Aber trotz der durchaus ernsthaften Gesellschaftskritik bleibt es in erster Linie ein unterhaltsames und witziges Buch.

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