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János Kalmár (Fotos) / Alfred Komarek (Texte)
Laguna. Venedigs Inselwelten

Haymon
2002
€ 34,- [D]


Von Johann F. Janka am 15.06.2002

  „In ihren abgeschiedenen Bereichen scheint die Wasserwelt der Lagune grenzenlos zu sein, und das nahe Venedig ist unendlich weit entfernt.“
  Komarek bringt mit diesem einen Satz das Verhältnis zwischen der Lagune und Venedig treffend auf den Punkt.
  In „Laguna – Venedigs Inselwelten“ begeben sich János Kalmár und Alfred Komarek auf eine Reise zu den, dem Anschein nach, nahen Inseln Venedigs. Doch so nahe die Lagune auch Venedig sein mag – genauso fremd und gegensätzlich sind sie einander.
 Daran hat anscheinend auch nichts dazu beigetragen, dass Venedig und seine Inselwelten durch Jahrhunderte aufeinander angewiesen waren – die Lagune schützte und versorgte Venedig und heute noch wird Gemüse und Fisch von der Lagune in die Stadt geliefert und Venedig bringt seine Toten in die Lagune zur Friedhofsinsel San Michele.
  Der Leser erhält einen tiefen Einblick in die Umgebung von Venedig. Beeindruckt von den Bildern und Essays fügt man sich in diese traurig wirkende Idylle ein. Und während Autor und Fotograf immer wieder aufs Neue mit Gegensätzen zwischen Venedig und der Lagune konfrontiert werden, auf beabsichtigte oder ungewollte Abgeschiedenheit, auf Verfall und Verebbung stoßen, entsteht dem Leser Puzzlestein für Puzzlestein ein Bild, das so manchem „Venedigkenner“ bis jetzt verborgen war.
  Kalmar und Komarek schildern die Inseln, auch die kaum frequentierten und vergessenen und sie besuchen die Menschen dort und berichten über deren Leben und Philosophie. Auf 158 Seiten vermitteln sie ausführlich und überaus stimmungsvoll Wissenswertes und Anregendes für Reiselustige und alle die Venedig mögen.
 
  „Laguna – Venedigs Inselwelten“ zeigt ein ehrliches, vielleicht sogar etwas provokantes Bild von Venedigs Nachbarschaft. Schonungslose Einblicke in die allerorts herrschende Perspektivlosigkeit der Lagune lassen nicht ausschließlich, jedoch mitunter ein Szenario von Untergang und Abschiednehmen aufkommen. Kalmárs zahlreiche brillante Fotos und Komareks gewählte Essays ergeben zusammen Ansprechendes und Informatives vermischt mit einer Prise Melancholie, und sie lassen die Schönheit der Lagune erstrahlen aber auch gleichzeitig die präsente Stimmung der Resignation derselben spüren.

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