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Gisbert Haefs
Kein Freibier für Matzbach

Goldmann
1996
248 Seiten
€ 7,- [D]


Von Alfred Ohswald am 16.05.2002

  Matzbach betreibt zusammen mit dem Chinesen Yü und einer Truppe exotischer Angestellter das Lokal „Spelunke“ auf einem Dampfer am Rheinufer von Bonn. Eines Nachts findet er eine stark misshandelte Leiche vor dem Lokal. Weil er die Schwester des Opfers kennt, setzt er sich mit ihr in Verbindung und erfährt von einem illegalen Geschäft, das der Ermordete zusammen mit einigen Anderen durchgezogen hatte. Er fühlte sich aus diesem Grund von Unbekannten bedroht und hat seiner Schwester davon erzählt.
  Aber Matzbach hat auch einen Bauunternehmer als Täter in Verdacht, der unbedingt die „Spelunke“ kaufen will und so die Verhandlungen durch Druck in seinem Sinn beeinflussen will. Dieser Verdacht verstärkt sich, als es weitere kleine und größere Anschläge auf das Lokal, seine Besitzer und Angestellten gibt. Und nebenbei hat Matzbach noch zwei Aufträge als inoffizieller Privatdetektiv zu erledigen.
 
  Haefs umgibt seine Hauptfigur mit einer Gruppe ausgefallener Protagonisten und lässt diese „Superheldengruppe“ ihre Abenteuer zwischen korrupten Politikern, kriminellen Wirtschaftsbossen und ganz normalen Unterweltlern bestehen. Diese Riesenportion Exotik wird noch von ständigen, mehr oder weniger witzigen Sprüchen der Helden übertroffen. So soll die mit forciertem Tempo gut und spannend erzählte Krimistory offensichtlich besonders locker wirken. Das wirkt dann oft wenig realistisch, sondern auch des Guten zu viel. Zu viel Pfeffer und Salz in der Suppe kann sie auch verderben, aber Geschmäcker sind verschieden.
  Gisbert Haefs ist durch seine historischen Romane als Autor berühmt geworden. Seine Krimis sind in so ziemlich jeder Beziehung völlig anders. Sind die historischen Romane dicke, epische Wälzer, vielgängige Menüs in gesetzter Atmosphäre, gleichen die Matzbach-Krimis einem BigMac mit bunt gemischtem Inhalt und reichlich Senf, Ketschup und einer Menge weiterer Saucen.

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