Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Klaus Dermutz
Die Verwandlungen des Gert Voss
Gespräche über Schauspielkunst

Residenz Verlag
2001
255 Seiten


Von Johann F. Janka am 25.04.2002

  Gert Voss – einer der bedeutendsten Schauspieler des deutschen Sprachraumes. Der Autor Klaus Dermutz thematisiert im 2. Band der Edition Burgtheater die Verwandlungen dieses genialen Darstellers. „Die Verwandlungen des Gert Voss“ ist ein Rückblick auf 35 Jahre Bühnenarbeit des Schauspielers und kommt einer Biographie desselben sehr nahe. Mit Voss’ Geburt und Kindheit in Shanghai in China beginnend, präsentiert Dermutz Gert Voss in über dreißig Gesprächsstunden. Der Leser begibt sich in Begleitung von Gert Voss und des Autors auf eine lange und intensive Reise durch des Darstellers Leben und macht Halt an den wichtigsten der knapp einhundertzwanzig Rollen, die Gert Voss in den letzten fünfunddreißig Jahren gespielt hat. Die unaufdringliche, mit viel Geschick verbundene Art der Fragestellung und die ausführliche, oftmals bis ins Detail gehende Beantwortung, halten die Spannung bis zum Ende des Buches aufrecht. Der Leser erfährt tiefe Einblicke in die Kindheit des Schauspielers, sein Umfeld, seine Übersiedlung nach Deutschland, seine ersten Gehversuche am Theater und in seine ersten Erfolge auf der Bühne. Mit Hingabe lässt Gert Voss in seine Welt blicken. Er erzählt von Theaterproben, Aufführungen, für ihn wichtigen und prägenden Persönlichkeiten der Bühne und von besonderen Inszenierungen, von Schauspielerkollegen und Freunden.
  Jede einzelne Schilderung des Verwandlungskünstlers über das Theater ist von einer derart intensiven Begeisterung umhüllt, die gnadenlos mitreißt und hautnah spüren lässt, wovon er redet. Der Leser wird von ihm so nahe an die Bretter, die die Welt bedeuten, herangeführt, dass man meint, gemeinsam mit ihm auf der Bühne zu stehen. Gert Voss spielt nicht Theater – er lebt es. Und all diese Liebe und Kraft, die er für das Schauspiel mitbringt – wird in diesem Buch deutlich. Er lebt für das Theater und das Theater lebt durch ihn – eine Beziehung auf Gegenseitigkeit. Seine Arbeiten mit den ganz großen Regisseuren und Theatermachern, wie George Tabori und Peter Zadek, zu denen Voss eine besondere Verbindung hat, kann man vielleicht am ehesten mit bedeutenden Gemälden vergleichen – eine außergewöhnliche Mischung einer besonderen Komposition lässt aus beiden geniale Werke entstehen.
 
  Zum Ende des Buches führt Autor Klaus Dermutz Gespräche mit Peter Zadek und George Tabori, die Gert Voss und die Arbeit mit ihm sowie ihre Freundschaft zu ihm aus ihrer Sicht darstellen. Eine chronologische Auflistung von Gert Voss’ Lebensdaten und ein Verzeichnis der Inszenierungen sind im Anhang nachzulesen.
 
  Autor Klaus Dermutz hat sich mit „Die Verwandlungen des Gert Voss“ in tiefe „Gespräche über Schauspielkunst“ eingelassen. Die Mischung aus biographischer Darstellung des Menschen Gert Voss und der ausführlichen, bis ins Detail gehenden Auseinandersetzung mit dem Schauspieler Gert Voss, macht aus dem Buch mehr als eine Hommage an den begnadeten Mimen. Dem Autor ist es exzellent gelungen, das vereinnehmende Charisma dieses, man ist beinahe versucht zu sagen, theaterversessenen Verwandlungskünstlers in Buchform zu setzen. „Die Verwandlungen des Gert Voss“ ist nicht nur ein ernstzunehmendes Buch über Schauspielkunst und Theater, es ist viel mehr als das – es lässt die Kraft und Ausstrahlung des Gert Voss und seiner Welt der Bühne wie einen Funken auf den Leser überspringen.
  Klaus Dermutz hat mit diesem Werk selbst ein beeindruckendes, mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen aus Inszenierungen, Programmheften und Briefen ausgestattetes Stück Theater geschrieben.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.