Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Gisbert Haefs
Alexander
(1992)

Heyne
2013
637 Seiten
ISBN-13: 978-3453471160
€ 9,99 [D] 10,30 [A]


Von Alfred Ohswald am 29.04.2002

  Nach dem Tod Alexanders sucht der makedonische Offizier Peukestas den im Sterben liegenden Aristoteles auf, um von ihm vielleicht Hilfe bei der ungeklärten Nachfolge zu erhalten. Nach und nach erzählt Aristoteles die Geschichte Alexanders und seines Vaters Philipp bis zum Übersetzen Alexanders nach Asien bald nach der Ermordung Philipps.
  Als Philipp König von Makedonien wird, liegt das Land am Boden. Feindliche Herrscher ziehen mit ihren Armeen plündernd herum und die Gebietsfürsten verfolgen ihre eigenen Ziele. Mit geschickter Diplomatie kann Philipp die ärgste Gefahr verhindern. Dann macht er sich an den Aufbau einer schlagkräftigen Armee, die sich bald als überaus effektiv herausstellt.
  Er heiratet als 3. Frau Olympias. Sie wird die Mutter seines Sohnes Alexander, aber auch eine seiner gefährlichsten Rivalinnen. Intrigen, Giftmorde und Verrat scheinen ihr tägliches Handwerk zu sein.
  Zwischen diesen beiden Eltern wächst Alexander heran. Sein Vater gewinnt der berühmten Philosophen Aristoteles als Lehrer für ihn, nicht zuletzt, um ihn den Einfluß seiner mörderischen Mutter zu entziehen.
  Inzwischen beginnt Philipp seine Macht nach Griechenland mit seinen ewig im Streit liegenden Städten auszuweiten. Athen spielt die führende Rolle und wird zu seinem hartnäckigsten Gegner.
 
  Der erste Teil von Haefs Romanbiografie Alexanders ist schon ein beachtlicher Wälzer. Er versucht alle bedeutsamen Aspekte der Person und ihrer Zeit zu erfassen und fängt beim jungen König Philipp, Alexanders Vater, an. Ohne Philipps außergewöhnliche Persönlichkeit und seine dadurch möglichen Erfolge wären Alexanders Großtaten zumindest nicht in dieser Form möglich gewesen. Die Situation in anderen Ländern erzählt Haefs durch geschickt gewählte Nebenfiguren und vervollständigt damit das Bild der damaligen Welt vor den Augen des Lesers.
  Diese Akribie Haefs macht das Buch zu komplex, um als lockeres Lesefutter, wie viele andere historische Romane, durchzugehen. Der Leser muss sich schon manchmal durch die zahlreichen Figuren und komplizierte Situationen durchbeißen, um die ganze Fülle dieses historischen Bilderbogens genießen zu können. Haefs holt immer weit aus, um nur ja alle Seiten der Geschichte berücksichtigen zu können. Da hilft der geradlinige Schreibstil nicht mehr immer und Kürzungen gingen zulasten der komplexen Zusammenhänge.

Von Klaus Makollus am 27.03.2014

  Alexander der Große ist ein legendärer Feldherr aus der Antike. Er schuf ein Weltreich. Dafür ist er auch heute noch berühmt.
 
  Haefs wurde 1950 in Wachtendonk geboren, lebt aber heute in der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn. Nach seinem Studium der Anglistik und Hispanistik hat er sich als Schriftsteller, Übersetzer und Publizist selbständig gemacht - er gilt heute als einer der wenigen deutschsprachigen Autoren, die von seiner Arbeit leben können. Haefs hat sowohl Kriminal- wie Science-Fiction-Literatur wie auch historische Romane herausgebracht.
 
  Hier beschäftigt sich Haefs mit einem erfolgreichen Feldherren. Der beigefügte Anhang bietet zwar ein Glossar, eine Zeittafel der wichtigsten historischen Personen und Ereignisse - die eigentliche Geschichte wie aber nicht als staubtrockenen wissenschaftlichen Text, sondern als Prosa dargeboten. Haefs nimmt sich hier als Schriftsteller die Freiheit, Geschehnisse aus der Geschichte literarisch aufzubereiten und sie dem Leser so unterhaltend darzubieten. Dies ist gut lesbar und spannend gemacht. So entsteht gut lesbare Literatur, die dem Leser von heute die Antike näherbringt.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.