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Michael Haase
Das Rätsel des Cheops
Die letzten Geheimnisse der großen Pyramide von Giza

Droemer Knaur
2001
380 Seiten


Von Klaus Richter am 26.04.2002

  Michael Haase befaßt sich in "Das Rätsel des Cheops" ausführlich mit der imposantesten der drei Pyramiden von Gizeh: Die Cheops-Pyramide. Sie zählte in der Antike zu den Sieben Weltwundern und wurde zu einem Wahrzeichen der altägyptischen Kultur. Haase argumentiert anhand des ägyptologisch-archäologische Umfelds der Pyramide. Dazu gehört auch die Einordnung der Pyramide in die Evolution des Pyramidenbaus, der sich immerhin bis zu Pharao Djoser und seiner Stufenpyramide zurückverfolgen läßt. Dabei gelingt es dem Autor, ohne daß er es offen aussprechen muß, mit sämtlichen Legenden über die Cheops-Pyramide, die in den Grenzwissenschaften kursieren, aufzuräumen, und er zeigt dem Leser, daß die seriöse Erforschung der Pyramide durch Ägyptologen und Archäologen noch viele offene Fragen zu bieten hat, die sich ohne die Zuhilfenahme außerirdischer Raumfahrer klären lassen.
  Haase stellt verschiedene Theorien der Ägyptologie zur Cheops-Pyramide vor, macht sich aber auch seine eigenen Gedanken und stellt sie zur Diskussion. Dies wird am Beispiel des Kammersystems der Cheops-Pyramide deutlich, das in seinem Aufbau deutlich von dem der anderen Pyramiden des Alten und Mittleren Reiches abweicht und einmalig ist. Lag dem ein einheitlicher Bauplan zugrunde, oder wurden die alten Ägypter gezwungen, den Bauplan zu ändern? Immerhin findet sich ein vergleichbares Kammersystem in der Kultpyramide der Knickpyramide, die von Cheops' Vater Snofru errichtet wurde.
  Eine andere Frage, mit der sich Haase befaßt, ist die Funktion eines absteigenden Schachts, der von dem zentralen Knotenpunkt der Pyramide am Eingang zur Großen Galerie in die Tiefe zum Ende des absteigenden Korridors führt, kurz vor dem Eingang zur unfertigen Felsenkammer. Die Ägyptologen halten ihn für einen Service- oder Grabräubertunnel. Doch war er das wirklich? Haase äußert die Vermutung, daß es sich um eine Art Notausstiegstunnel handelte, der den Arbeitern, die den Zugang zur Grabkammer in der Großen Galerie blockiert hatten, die Flucht ermöglichen sollte.
  Auch der Bau der Großen Pyramide wird ausführlich dargestellt. Haase beschreibt, wie vermutlich 20.000 Mann in etwa 20 Jahren die Pyramide fertigstellten. Diese Männer waren keine Sklaven, wie in alten Filmen immer wieder dargestellt wird, sondern hochqualifizierte Arbeitskräfte, die mit der Erbauung selbst und der Logistik - immerhin auch ein gewaltiges Unternehmen - befaßt waren. Welcher Mittel sie sich zum Bau bedienten, ist vielfach noch ungeklärt. Wurde mit Rampen gebaut? Und wenn ja - wie wurden sie errichtet? Und wie sieht es mit Hebevorrichtungen aus? Hier besteht noch Forschungsbedarf in der Wissenschaft. Gleiches gilt für weitere Kammern und Gänge in der Pyramide, doch bezweifelt der Autor deren Existenz aufgrund der architektonischen Befunde.
  Auch auf die eigentliche Funktion der Pyramide geht Haase ein: Es handelte sich um ein Grabmal für Pharao Cheops, der darin nach ungefähr 30 Jahren Regierungszeit bestattet wurde.
 
  Als Ergebnis läßt sich festhalten, daß "Das Rätsel des Cheops" ein Buch ist, an dem jeder, der sich für die Cheopspyramide und ägyptische Pyramiden überhaupt interessiert, nicht vorbeikommt. Wie für die Bücher Haases typisch, bietet auch "Das Rätsel des Cheops" sowohl einen umfangreichen Anmerkungsapparat und ein ausführliches Literaturverzeichnis, die nicht nur den Laien, sondern auch den Fachmann zu weiteren Recherchen einladen.

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