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The Essential Howard the Duck

Marvel
2002
528 Seiten
$ 14,95


Von Michael Lehmeier am 30.03.2002

  Es gab da einmal einen reichlich blöden aber unterhaltsamen Film diesen Namens. Irgendwo habe ich dann gelesen, daß das mal ein Comic war, seltsamerweise von Marvel Comics. Das erste Comic mit ihm war ein denkwürdiges Heft des Marvel/DC-Crossovers, wo Howard mit Lobo zu "Lobo, the Duck" verschmolzen wurde. So idiotisch das Ganze auch war, das war das beste Heft dieses Crossovers.
  Jetzt hat Marvel in ihrer Essential-Reihe, mit der sie alte Serien in billigem Telephonbuchformat nachdrucken, sich ihres vergessenen Helden angenommen. Der Wälzer enthält seine Entstehungsgeschichte bis Ausgabe 27 seiner eigenen Serie. Sie ist schwarz/weiß auf billigem Papier gedruckt. Obwohl die Farbe fehlt, sieht es immer noch sehr gut aus denn meiner Meinung nach passte Gene Colan, den ich eigentlich nur von Horror-Comics kenne, sehr gut zu dunklem schwarz/weiß.
 
 Worum geht es in der Serie?
  Um eine Ente, die aus ihrer Erde in der alle Personen Enten sind, durch Ereignisse, die zu lächerlich sind um hier darauf einzugehen, auf einer Erde strandet, die nur von haarlosen Affen bevölkert ist. Wann immer Howard den Schnabel aufmacht, kommt Sarkasmus raus. Er trägt meistens einen kleinen Hut, kann ohne Zigarre nicht leben und ist grundsätzlich mal immer schlecht drauf. Wie er es geschafft hat, trotzdem Freunde zu haben, ist mir irgendwie schleierhaft.
  Seine WG besteht aus seiner herzallerliebsten Beverly Switzler (die immer pleite ist), dem chronisch schlafwandelnden Künstler Paul Same und Winda Webster, einem Mädchen mit einem schlimmen Sprachfehler (Sie sagt immer 'W' statt 'R' oder 'L'. Klingelts?) die er in der Irrenanstalt kennengelernt hat.
 
 Was macht die Serie nun aus?
  Es ist eine sehr gut gemachte Parodie auf Comics, die sich selbst zu ernst nehmen und auf gesellschaftspolitische Zustände. Am ersten würde ich sie mit dem ersten Buch der Reihe "Cerebus" von Dave Sim vergleichen. Besonders wegen des Erzähltextes, der sich wie eine Übertreibung eines selbstverliebten Comics der 60'er Jahre liest.
 Kostprobe?
  Szene: Howard und Paul schaffen es, Einbrecher zu überraschen und dadurch zu überwältigen:
  "The 'Element of Surprise' they called it in the old pulp novels. That ephemeral advantage which somehow, almost mystically is said to reverse the odds and make warriors of clods. Until this moment, neither Howard nor Paul lent much credence to its reputed efficacy."
  So geht das die ganze Zeit. Nein, leicht zu lesen ist das nicht. Macht aber unheimlich Spaß.
  Der Nachteil dieser zeitgebundenen Anspielungen auf die damalige Zeit (1976) zeigt allerdings, daß die Geschichten nicht unbedingt zeitlos sind. Ich hatte oft den Eindruck, daß mir irgendeine Anspielung entgangen ist. Immerhin habe ich die Dämonen, die in Windas Kopf saßen, doch noch erkannt. (Ist KISS wirklich schon so alt?)
 
  Die Zeichnungen habe einen etwas altertümlichenn Touch, sind aber hervorragend detailiert und realistisch. Wer auf den Stil von Gene Colan oder John Buscema steht, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen. Man bekommt wirklich viel für sein Geld.
  Ich jedenfalls warte sehnsüchtig auf den zweiten Band.

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