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Walter Klier
Grüne Zeiten

Deuticke
1998
270 Seiten
öS 228,-


Von Fritz Widhalm

  "Grüne Zeiten" beschreibt die Geschichte einer Wohngemeinschaft und der darin lebenden jungen und widerstandslustigen Menschen von der Gründung bis zur Auflösung.
  Der Roman läßt sich unter zwei Gesichtspunkten lesen: einerseits gelingt es Walter Klier, den unbeholfen naiven Ton und Stil der sogenannten Alternativszene treffsicher zu karikieren, andererseits kommt er oft nicht ohne zynisches Spötteln aus. Alltag und Anpassung fordern Tribut, Hilflosigkeit und persönliche Schwierigkeiten ersticken den Wunsch nach Veränderung, wenn nicht im Keim, so doch bald nach dessen Aussetzen in der rauhen Luft der Wirklichkeit.
  Der Hauptfigur Martin Rauch gelingt fast mühelos das Kunststück, aus der sich auflösenden WG direkt in eine "Zweierbeziehung" zu rutschen - mit einer Frau, mit der ihn kaum mehr verbindet als der Musikgeschmack. So wie bei Martin Rauch stehen auch bei den anderen Personen die sympathischen Seiten hart neben den unsympathischen.
  Mag sein, daß in der Unfähigkeit zur Veränderung eine Botschaft liegt, eine Absage an den Entwicklungsroman und an die Beschwörung menschlicher Entwicklungsfähigkeiten.

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