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John Irving
Die vierte Hand
(The Fourth Hand, 2001)

Diogenes
2002
Übersetzt von Nikolaus Stingl
439 Seiten


Von Alfred Ohswald am 18.02.2002

  Der Journalist Patrick Wallingford wird von dem Nachrichtensender, für den er arbeitet, häufig ins Ausland geschickt. Bei einem Interview mit einem Zirkusdirektor kommt er einem Löwenkäfig zu nahe. Die Löwen bekommen seine linke Hand zu fassen und sie fressen sie auf. So verlor er seine linke Hand und kam zu seinem Spitznamen „Der Löwenmann“.
  Wallingford wirkt auf Frauen ungeheuer anziehend und kann nicht „nein“ sagen. So landet er ständig mit allen möglichen Frauen im Bett, was naheliegenderweise irgendwann zur Scheidung von seiner Frau führt. So leicht er mit Frauen im Bett landet, so wenig Talent hat er, eine auf Dauer zu faszinieren. Und so bleibt er ohne feste Bindung weiter zur Verfügung verführungswilliger Frauen.
  Als der bekannte, einigermaßen verschrobene Chirurg Dr. Zajac ihm eine Handtransplantation anbietet, willigt Wallingford ein. Ein eigenartiger Unfall bringt einen Spender für die Hand. Doch Doris Clausen , die Witwe des Spenders stellt eine ungewöhnliche Bedingung. Sie will regelmäßiges Besuchsrecht bei der Hand. Gleich das erste Treffen zwischen Wallingford und Doris Clausen, noch vor der Transplantation, gestaltet sich ziemlich turbulent. Wallingford verliebt sich in Doris, aber sie erwidert seine Gefühle nicht.
 
  Das Erscheinen eines neuen Romans von John Irving ist immer ein Ereignis in der Bücherwelt. Ein vorprogrammierter Bestseller wird gerne besonders kritisch unter die Lupe genommen. Und so ist es nicht wirklich überraschend, wenn es zu „Die vierte Hand“ viele eher ablehnende Rezensionen gibt.
  Aus diesem Grund will ich mich zu dem Roman rein subjektiv äußern, ohne etwas zu Irvings ohnehin oft erwähnten Stil und die besondere Art seiner Geschichten zu schreiben. Das ist auch hier schon einige Male in anderen Kritiken zu seinen Büchern geschehen.
  Ich halte „Die vierte Hand“ nicht für eines seiner schlechteren Bücher und deutlich besser als den Vorgänger „Witwe für ein Jahr“, wo seine Ironie bei der weiblichen Hauptfigur nicht recht zum Zug kam. „Die vierte Hand“ gehört vielleicht nicht unbedingt zu Irvings Höhepunkten, kann sich meiner Meinung aber durchaus gleich dahinter einreihen. Wer Irving noch nicht kennt, soll mit „Garp“, Hotel New Hampshire“, „Owen Meany“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ oder „Zirkuskind“ beginnen. Aber ungefähr die erste Hälfte von „Die vierte Hand“ kann mit seinen besten Romanen mithalten, dann fällt es leider etwas ab.
  Wien, Bären, Ringer oder sonst eines seiner typischen Zutaten kommt hier nicht vor. Allerdings zeigt Irving eine auffallende Faszination für Ständer (nicht Kleider-). Ob’s am Alter liegt?

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