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Kai Meyer
Die Fließende Königin

Loewe Verlag
2001
273 Seiten


Von Alfred Ohswald am 06.02.2002

  Venedig leistet seit Jahrzehnten Widerstand gegen die sie umzingelnden Heere des auferstandenen Pharaos Amenophis. Räte regieren die Stadt und werden selbst von einer Leibwache berittener, steinerner Löwen beschützt. Doch nur der Fließenden Königin, dem Geist des Wassers der Lagune selbst, verhinderte den Erfolg der Mumienkrieger des Pharaos.
  Merle ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und soll zusammen mit der blinden Junipa bei Meister Arcimboldos, den einzigen Hersteller von Zauberspiegeln Venedigs, eine Stelle als Lehrling annehmen. Gemeinsam fahren sie mit einer Gondel dort hin und werden freundlich aufgenommen. Arcimboldos sorgt sogar dafür, dass Junipa wieder das Augenlicht erlangt.
  Doch bald sollte Merle in große Ereignisse verwickelt werden. Drei Verräter unter den Räten Venedigs haben geholfen, die Fließende Königin gefangen zu setzen und wollen sie dem Pharao übergeben. Merle befreit sie, doch ein Zauber verhindert, dass die Königin in die Lagune zurückkehren kann. Gemeinsam müssen sie aus Venedig fliehen und dabei brauchen sie Hilfe.
 
  Kai Meyers neue Fantasy-Trilogie, eigentlich ein Jugendbuch, kann es mit so manchen Fantasy-Bestseller aufnehmen. Seine Parallelwelt sprüht geradezu vor herrlichen Einfällen, ohne es damit allerdings zu übertreiben und die Handlung zu übertünchen. Ein fast die ganze Welt beherrschendes Pharaonenreich, eine tatsächlich im Erdinneren zu findende Hölle, Meerjungfrauen, lebende steinerne Löwen usw. bevölkern diese fantastische Welt, in der sich die junge Heldin behaupten muss.
  Die Geschichte, die nicht abgeschlossen ist und erst in den nächsten beiden Büchern der Reihe zu Ende erzählt werden wird, ist geradlinig und ohne übertriebene Schnörkel erzählt. Der Hintergrund und die Handlung sind nicht allzu komplex, aber auch für die meisten erwachsenen Fantasy-Leser durchaus empfehlenswert. Jugendliche Potter-Fans u.ä. werden wohl kaum etwas Geeigneteres finden, um die Zeit zum Erscheinen des nächsten Potter-Romans zu überbrücken. Einigen werden die Bücher Kai Meyers mit mehr Begeisterung verschlingen, als die Rowling-Romane, wage ich zu prophezeien. Sind die Bücher der Reihe „Sieben Siegel“ gelungene, kurze Abstecher in eine Gruselgeschichte, so ist die Trilogie um die Fließende Königin ein epischer angelegtes, tiefes Eintauchen in eine Fantasy-Welt.
  Noch dazu sind die Bücher des Loewe Verlags ausgesprochen schön gestaltet, was zwar keine so große Rolle spielt, aber eine nette Draufgabe ist.

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