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Kai Meyer
Das Haus des Daedalus

Heyne
2000
384 Seiten


Von Alfred Ohswald am 08.01.2002

  Eine Trennung hat den Kunstdetektiv Jupiter privat wie beruflich völlig aus der Bahn geworfen. Als ihn eine private Bitte um Hilfe von einer alten Bekannten aus Rom erreicht, kann er sofort hinfahren, weil er sonst keine Verpflichtungen hat. Diese Bekannte ist eine alte Zigeunerin, die ein Antiquariat in Rom betreibt und in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Ihre Tochter Coralina ist Restauratorin und hat in einer alten Kirche lange verschollene Kupferdruckplatten eines Künstlers aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Eine davon will sie unterschlagen und verkaufen, um ihrer Mutter aus der Misere zu helfen. Jupiter soll ihr mit seinen Kontakten dabei behilflich sein.
  Bei der entwendeten Kupferplatte finden sie ein Bruchstück einer uralten, mit einer unbekannten Schrift bedeckten Tonscheibe. Und auf der Kupferplatte ist der Umriss eines Schlüssels ins Bild integriert. Bei ersten Nachforschungen bemerken sie bald, dass mächtige, rücksichtslose Männer aus dem Vatikan hinter den gestohlenen Gegenständen her sind. Es beginnt eine Jagd nach Information und gleichzeitige Flucht vor ihren Verfolgern.
  Die Tonscheibe scheint etwas mit einem legendären „Haus des Daedalus“ zu tun zu haben. Daedalus war der Erbauer des Labyrinths des Minotaurus auf Kreta. Auf der Flucht von dort starb sein Sohn Ikarus und er wurde in Sizilien an Land gespült. Später soll er nach der Legende in der Gegend des späteren Rom ein gewaltiges, unterirdisches Bauwerk errichtet haben. Immer mehr deutet darauf hin, dass es noch existieren könnte. Und es ist nicht unbewohnt...
 
  In diesem Roman hat Kai Meyer geschickt uralte Legenden, den Vatikan, einen Geheimbund und alle Ingredienzien eines spannenden Thrillers zusammengebraut. Und die Mischung mundet.
  Die vielen, von den Protagonisten zu entdeckenden Geheimnisse schaffen eine ständige Spannung beim Leser, die ihm das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Besonders gelungen ist das durch eine Nebenhandlung mit einem Franziskanermönch, der eine unglaubliche Entdeckung gemacht hat und auf der Flucht vor etwas Unheimlichen ist. Ein Vordringen auf einer unvorstellbar tief reichenden steinernen Wendeltreppe wird während der normalen Handlung immer wieder nebenher beschrieben. Und selbst als vorerst lange nichts dabei passiert, fiebert man dem Fortgang entgegen.
  „Das Haus des Daedalus“ ist ein Roman, wie man ihn sonst eher von Bestsellerautoren des englischsprachigen Raums gewohnt ist. Gute Hintergrundrecherche gelungen in eine spannende Geschichte überführt.

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