Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Jürgen Roth
Der Oligarch
Vadim Rabinovich bricht das Schweigen

Europa Verlag
2001
299 Seiten
DM 38,50


Von Alfred Ohswald am 23.12.2001

  Vadim Rabinovich wuchs in der kommunistischen Ukraine auf und begann früh, sein Geld in der zur damaligen Zeit blühenden Schattenwirtschaft zu verdienen. Damit kam er aber ins Schussfeld der Polizei und des Geheimdienstes und landete im Gefängnis. Auch dort verstand er es sich durch sein Geschäfts- und Organisationstalent an die Spitze der Hierarchie hochzuarbeiten. Als er entlassen wurde, war Perestroika angesagt und Rabinovich widmete sich wieder dem, was er am besten beherrschte. Geschäfte machen und Geld verdienen. Trotz anfänglicher Rückschläge stieg er zu einem der reichste und einflussreichsten Männer der Ukraine auf.
  Rabinovich erzählt dem bekannten Journalisten und Bestsellerautor sein Leben und seine Karriere aus seiner Sicht. Roth kommentiert dabei Dinge aus seiner Sicht, im Allgemeinen aber zurückhaltend.
  Das Buch sorgte schon vor seinem Erscheinen für Schlagzeilen. Ein Wiener Mafiya-Experte des Innenministeriums kontaktierte Roth und leitete ein Angebot an ihn weiter. Gegen einen Betrag von DM 600.000,- sollte Roth das Buch nicht veröffentlichen. Roth informierte die Behörden, doch die Hintermänner konnten durch nicht gerade geschicktes Vorgehen nicht ermittelt werden.
  Roth geht bei diesem Buch einen Mittelweg. Er nimmt Rabinovich seine Sicht der Dinge weitgehend ab und respektiert auch dessen Zurückhaltung, wenn es um bestimmte Namen geht. Das Buch ist gleichzeitig ein tiefer Einblick in die Lebensumstände in der ehemaligen UDSSR und den heute dort herrschenden Räuberkapitalismus. Roth und Rabinovich weisen aber auch unmissverständlich auf die Mitschuld des Westens an diesen Zuständen hin. Ungeheure Geldsummen und politisches Kalkül sind hier eine zerstörerische Partnerschaft eingegangen.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.