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Brian Moore
Schwarzrock
(Black Robe, 1985)

Diogenes
1989
Übersetzt von Otto Bayer
265 Seiten
DM 18,90 € 9,90


Von Alfred Ohswald am 02.12.2001

  Im frühen 17. Jahrhundert bemühen sich die Jesuiten, die Indianer in den französischen Kolonien Nordamerikas zu bekehren. Laforgue gehört zu ihnen. Er will mit seinem jungen Begleiter Daniel zu den Huronen reisen, um eine Mission dort zu verstärken. Der Weg dorthin wollen sie mit Booten und der Hilfe dafür angeheuerter Indianer vom Stamm der Algonkin zurücklegen.
  Die meisten Indianer verachten die Weissen als Dummköpfe. Aber gegen einige der begehrten Musketen versprechen sie, Pater Laforgue an sein Ziel zu bringen. Trotz intensiver Vorbereitung fällt es Laforgue nicht leicht, sich dem Leben der Indianer anzupassen. Auch stellt sich bald heraus, dass die Motive seines Begleiters David völlig anders, als von ihm erwartet sind. Er passt sich gut den Bräuchen an und hat sich in eines der freizügigen Indianermädchen verliebt. Und die wirklichen Schwierigkeiten der Reise stehen erst bevor ...
 
  Moor hat die überlieferten Berichte der Jesuiten und die Werke von Anthropologen, um eine realistische Beschreibung für den Leser zu schaffen. Weit weg von der Verteufelung in manchen Büchern oder der Verherrlichung der „edlen Wilden“ in vielen Anderen versucht er der Realität so weit wie möglich gerecht zu werden. Hier sind die Indianer ein Naturvolk mit allen seinen Weisheiten und Überlebensgeschick aber auch Härte und Grausamkeit.
  Auch bei den Missionaren macht es sich Moore nicht einfach, indem er das Klischee des bösen Eindringlings benutzt. Bei ihm sind sie oft guten Willens und doch bringen sie allein durch die von ihnen eingeschleppten Krankheiten Tod und Vernichtung. Neben Thomas Bergers „Little Big Man” findet man hier die realistischste Beschreibung der nordamerikanischen Ureinwohner. Moore hält sich aber auch bei der Handlung näher an tatsächlich überlieferte Ereignisse.
  Moors erzählt den Roman meist aus der subjektiven Sicht des Jesuiten Laforgue. Seine Bemühungen und Zweifel, seine Hartnäckigkeit und schließlich sein Erfolg, der gleichzeitig ein Scheitern ist, sind das Hauptthema. Er hat es nicht nötig, überall dramatische Ereignisse geschehen zu lassen, um einen spannenden Roman zu schaffen. Es ist auch ohne solche Kunstgriffe gelungen.

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