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Malika Mokeddem
Die Zeit der Heuschrecken
(Le siècle des sauterelles, 1992)

Unionsverlag
1997
Übersetzt von Barbara Rösner-Brauch
328 Seiten
DM 16,90


Von Alfred Ohswald am 28.11.2001

  Ein furchtbares Unglück trifft Mahmoud den Dichter und seine Tochter Yasmine. Er hat mit seiner Familie allein zurückgezogen in der Wüste gelebt, weil er von den Französischen Kolonialbehörden wegen eines Verbrechens gejagt wird, dass er nicht begangen hat. Einst begegnete er einem charismatischen kriminellen Freigeist El-Majnoun, der den Beinamen „der Irre“ nicht ganz ohne Grund trug. Der wollte ihn aus irgend einen, Mahmoud unbekannten Grund zu einem gemeinsamen Unternehmen überreden. Mahmoud wird von ihm immer tiefer in Schwierigkeiten hineingezogen, aus denen er ihn dann wieder rettet. Doch schließlich flieht Mahmoud und trifft dabei auf die schöne Nedjma. Sie verlieben sich und setzen die Flucht gemeinsam fort. Doch El-Majnoun sollte seinen Weg wieder schicksalshaft kreuzen ...
 
  Die algerische Autorin schafft es bewundernswert, das Leben der beiden Außenseiter Mahmoud und Yasmine zwischen den engstirnigen Wüstenbewohnern und der französischen Kolonialisten zu erzählen. Die menschenfeindliche Natur mit ihren Sandstürmen, der extremen Hitze und Kälte, der Heuschreckenplage usw. haben die Menschen dort hart und in ihren Traditionen feststeckend gemacht. Allein die Tatsache, dass Mahmoud und Yasmine schreiben können, macht sie schon zu Außenseitern.
  Mokeddem erzählt keine Schönfärberei über das Leben mit der Natur. Die Männer sterben immer wieder bei den ständigen Kämpfen unter den Stämmen oder bei Aufständen gegen die Franzosen. Stolz und Rache sind ihr Fluch. Die Frauen arbeiten ununterbrochen, werden durch einen Unzahl strenger Regeln unterdrückt und sorgen selbst am eifrigsten dafür, dass niemand dieser Tradition entkommt.
  Ein Buch, in dem man sehr viel über das Leben in manchen islamischen Ländern erfährt, was auch heute noch genauso ist. Gleichzeitig ein Roman eindringlicher Gefühle, poetischer Sprache, meisterhafter Landschaftsbeschreibungen und nicht zuletzt spannend zu lesen.

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