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William Alexander Gerhardie
Vergeblichkeit
(Futility. A Novel on Russian Themes, 1922)

Eichborn
1999
Übersetzt von Elisabeth Schnack (Nachwort: Reinhard Kaiser)
285 Seiten


Von Alfred Ohswald am 03.06.1999

  Der Ich-Erzähler, ein in Rußland geborener Engländer lernt im Pertersburg am Vorabend der Revolution drei schöne Schwestern kennen und verliebt sich in die Mittlere von ihnen. Bald lernt er ihre Familie und deren verzwickten und verwirrenden Verhältnisse kennen. Der Vater steht im Ruf, wohlhabend zu sein. Seine erste Frau ist ihm schon lange abhanden gekommen, hat sich aber noch nicht scheiden lassen. Seine derzeitige Lebensgefährtin läuft auch Gefahr zu einer Ehemaligen zu werden, weil er sich in ein sechzehnjähriges Mädchen verliebt hat und diese heiraten will. Alle drei Frauen und ihr zum Teil beträchtlicher Anhang und auch sonst noch einige wunderliche Typen hängen an seiner Geldbörse.
  Der Erzähler wird immer tiefer in dieses Durcheinander hineingezogen und trifft auch später diese "Großfamilie" wieder während der Revolution in Wladiwostok. Dort hält er sich im Auftrag der britischen Regierung auf um die Gegner der Bolschewisten zu unterstützen.
 
  Eine oft ironisch und witzig erzählte, aber eigentlich eher tragische Geschichte über Russische Menschen während der Revolutionswirren. Aber diese lassen sich von der Revolution kaum beeindrucken und verfolgen ziemlich Planlos ihre jeweiligen Privatsorgen.
  Niemand scheint recht zu wissen, was sie eigentlich wollen. Nur an eine seit Ewigkeiten unwirtschaftliche Goldmine ist ihre gemeinsame Hoffnung. So leben sie dahin, ohne vom Fleck zu kommen. Das Leben schlägt Purzelbäume, aber sie bemerken es nicht, weil sie mit ihren eigenen, kleinen Problem davon abgelenkt werde. Alle warten, aber meistens haben sie Angst etwas Entscheidendes zu tun, was ihre Lage verändern könnte.
  Der Autor versteht es ausgezeichnet die typisch russische Seele aus ironischer Distanz und gleichzeitig aus direkter Nähe zu beschreiben.

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