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Frédéric Beigbeder
Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause

Rowohlt
2001
96 Seiten
DM 19,60


Von Volker Frick am 17.11.2001

  Es ist gerade mal ein paar Monate her, da erschien von Frédéric Beigbeder dessen Machwerk “39,90“. Nun hat sein deutscher Verlag gleich noch einen gut neunzig Seiten starken Roman nachgelegt, der aber weder gut noch stark ist. Es handelt sich um den ersten vermeintlich literarischen Erguss des Autors aus dem Jahre 1990, da er selbst gerade mal 25 Jahre alt war. Frédéric Beigbeder stammt aus einer wohlhabenden Familie, seine Mutter war als Übersetzerin tätig und sein Vater als Headhunter in der Wirtschaft unterwegs. Er selbst hat neben seiner Karriere als vermeintlicher Literat als Kritiker für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet, darunter „Elle“, „Paris Match“ und „Le Figaro Littéraire“, und Tätigkeiten im Fernsehen und Radio ausgeübt. Der Held seines ersten Romans „Mémoire d’un jeune homme dérangé“ und den dann folgenden „Vacances dans le Coma“ und „L’Amour dure trois ans“, die bestschlimmstenfalls auch noch den deutschen Buchmarkt erreichen werden, der Held also heisst Marc Marronier, ein sprücheklopfender Dandy, der defätistisch natürlich keine einzige Kastanie aus dem Feuer holt. Legerer Nihilismus gekleidet in „pointierte Aperçus“, wie uns der Klappentext weismachen will. Locker flockig das Ganze, schnelle Minutenlektüre zwischen zwei anderen Büchern. Allenfalls. Wie gelesen so vergessen, und auch wenn der Protagonist behauptet Simone de Beauvoir würde ihn inspirieren, so bleibt die Paraphrasierung des Titels des ersten Memoirenbandes („Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“) von Simone de Beauvoir eine gelinde Unverschämtheit. Hätte sich Beigbeder doch an dem Buch „Der Idiot der Familie“ von Sartre orientiert, aber da geht es schließlich um Flaubert, große Literatur also, und davon kann in diesem Fall keinesfalls die Rede sein.

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