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Ngugi wa Thiong’o
Der Fluß dazwischen
(The River Between, 1964)

Unionsverlag
1997
Übersetzt von Anita Jörges
189 Seiten
DM 16,80


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Von Alfred Ohswald am 07.11.2001

  Waiyaki wächst in einem abgelegenen Tal in Kenia auf. Er stammt aus einer berühmten Familie von weisen Männern und auch sein Vater ist ein verehrter Seher. Als er jedoch vor der Gefahr warnt, die von den im Land auftauchenden Weißen mit ihren Missionaren warnt, hört niemand auf ihn. Darum schickt er seinen Sohn Waiyaki auf die Missionsschule. Er soll sich das Wissen der Weißen aneignen um es zum Wohl des Stammes einzusetzen.
  Der Konflikt zwischen zum Christentum übergetretenen Einheimischen und den der traditionellen Lebensweise Verbundenen wird immer heftiger. Vor allem das Ritual der Beschneidung ist ein heiß umstrittener Punkt. Als die Tochter eines überzeugten Christen sich gegen den Willen ihres Vaters beschneiden lässt unf bald danach an den Folgen stirbt, verbieten die Missionare allen Beschnittenen den Besuch ihrer Schule.
  Daraufhin gründet Waiyaki eine eigene Schule und erringt als Lehrer den Respekt und die Anerkennung der Leute. Doch es gibt auch radikalere Stimmen, die den Konflikt weiter anheizen wollen. Die Liebe Waiyakis zu einer Christin ist darum nicht ungefährlich.
 
  Ngugi wa Thiong’o ist einer der intellektuellen Köpfe, die hinter der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung standen. Sein Credo ist die Bildung für die Afrikaner. Einiges aus dem Hintergrund in „Der Fluß dazwischen“ ist in Kenia tatsächlich so geschehen, wie z. B. die Gründung unabhängiger Schulen. Heute gehört Thiong’o zur Standardlektüre auf englischen Schulen.
  „Der Fluß dazwischen“ ist der erste Roman Thiong’os Es ist eine einfache, fast archaische Geschichte die in ebenso geradlinigen Stil erzählt wird. Obwohl es ein klares Plädoyer gegen den Kolonialismus ist, werden weder die Weißen und ihre Anhänger verteufelt, noch die Kämpfer für die Unabhängigkeit heroisiert. Er ist auch ein kritischer Geist geblieben und darum 1977 verhaftet und interniert worden, 1982 musste er seine Heimat verlassen mit seiner Familie noch England ins Exil gehen.

 

 

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