Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Johann Lafer
Desserts die mein Leben begleiten
Mit Fotos von Michael Wissing
(1998)

Falken
2000
157 Seiten
DM 97,99 € 50,10


Von Johann F. Janka am 04.11.2001

  Johann Lafer wollte die Zubereitung von Desserts beeinflussen. Ihm war es nicht genug, den süßen Abschluss eines Mahles zwar als notwendig zu empfinden, aber doch eben „nur“ als Süßspeise zu sehen. Lafer ging daran, Desserts einen ebenbürtigen Platz wie den übrigen Gängen eines Menüs zu verleihen. Was ihm zweifellos mehr als gut gelungen ist. Dem österreichischen Starkoch in Deutschland merkt man, ohne sich besonders anstrengen zu müssen, die Freude und Leidenschaft an, mit welcher er an die Zubereitung von Speisen herangeht. Lafer war der Genuss eines Desserts ganz einfach viel zu wenig – er spürte, dass die Kreation desselben einen mindestens ebensolchen, wenn nicht noch höheren Genuss in sich birgt.
  Obwohl nichts gegen einen Schwarzwaldbecher, einer Pfirsich Melba und andere süße Klassiker spricht – alles konnte das jedoch für den leidenschaftlichen Patissier noch nicht gewesen sein,. Und so begann er mit seinen neuen Dessertkreationen, die heute aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken sind. Schon als Kind half Lafer seiner Mutter beim Rühren und Mischen von Teigen – in der Küche fühlte er sich schon immer wohl, wie seine Mutter es auszudrücken versteht. Dies ist ihm ohne Zweifel bis heute geblieben. Einige Zeilen seiner Mutter und anderer ihm nahestehenden Personen wie Eckhart Witzigmann geben dem Buch auch eine sehr persönliche Note.
 
  Wenn von Desserts gesprochen wird, die Johann Lafers Leben begleiten, dann dürfen solche die er schon als Kind gerne genascht hat, natürlich nicht fehlen. Das wären dann eine einfache, traditionelle, aber sehr köstliche „Biskuittrolle mit Himbeer-Creme“, oder ein herrlicher „Kaiserschmarrn“. Diese süßen Verlockungen hat Lafer ausprobiert. Immer wieder eine Versuchung – die „Malakofftorte“ – „Powidltascherl“, oder „Buchteln mit Vanilleschaum“. Seine ersten Erfolge aber hatte Lafer unter anderem mit seinen Kreationen „Auflauf von Berlinern (Krapfen) mit Zwetschgen“, „Gewürztraminercreme mit eingelegter Cassisbirne“, „Kokos-Mango-Törtchen mit gebackenen Erdbeeren“ oder seiner „Sachertorte“.
  Letztendlich bekannt geworden ist der Fernsehkoch und Medienliebling mit seinem „Mohrenkopp“, seinem „Brombeeromelett mit Zimtschaum“ oder mit seinen „Mozartknödeln“. Dies soll natürlich nur einen kleinen Auszug aus Lafers süßer Vergangenheit darstellen. Sein heutiges süßes Leben dreht sich, um nur einige zu erwähnen um „Weiße Mokkatörtchen im Bitterschokolademantel“, „Soufflierte Himbeertarte mit Vanillesabayon“, „Mandelauflauf mit flambierten Sommerfrüchten“, „Gefüllte Pfannkuchentorte mit Zuckerkruste“- allesamt Süßspeisen, denen kaum jemand widerstehen kann.
  Lafer beschließt sein Dessert-Buch mit einer Doppelseite mit Grundrezepten, einem Glossar über drei Seiten und dem obligatorischen Rezeptregister.
 
  Auf beinahe 160 sehr edel gestalteten Seiten (bis zu drei Seiten widmet Lafer einem Rezept!) führt uns der Küchen-Meister in sein Reich der süßen Verführungen. Jedes einzelne Rezept dieses Werkes – ob traditionell, oder neueste Kreation aus dem Hause Lafer – ist ein Kunstwerk für sich. Beeindruckend versteht es Lafer, den Betrachter und Leser des Buches mit seinen Rezepten aber auch mit den erstklassigen Abbildungen derselben sowie mit dem etwas nostalgisch wirkenden handschriftlichen Layout des Textes in den Bann zu ziehen und in die Welt der kulinarischen Künste zu entführen. Zum Anfassen, ja zum Kosten verleiten diese in Originalgröße farbig abgebildeten, meisterhaft angerichteten süßen Gaumenfreuden. Ein edles Buch über besondere Desserts – eine Aufwertung der „Schlusslichter“ jedes perfekten Menüs. Lafers“ Desserts die mein Leiben begleiten“ ist wahrhaft ein sinnlicher, kulinarischer Kunst-Genuss für Gaumen und Auge.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.