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Daniel Silva
Double Cross – Falsches Spiel
(The Unliklely Spy, 1996)

Piper
1999
Übersetzt von Reiner Pfleiderer
568 Seiten
DM 16,90 öS 123,-


thalia.at
amazon.de

 

 

Von Alfred Ohswald am 03.10.2001

  Als die Alliierten im 2. Weltkrieg die Invasion an Frankreichs Küste planen, ist eine ihrer wichtigsten Aspekte, die Deutschen über den geplanten Ort der Landung zu täuschen. Die Deutschen sollen an eine Landung bei Calais glauben, und nicht den tatsächlichen Ort, die Normandie, vermuten. Damit können sie ihre Kräfte nicht dort konzentrieren, was die Invasion unmöglich machen würde. Zu diesem Zweck wird den Deutschen eine fiktive, eine Million Mann starke Armee vorgegaukelt.
  Für die Landung an der Normandie werden zwei riesige, künstliche Häfen benötigt, um den nötigen Nachschub an Truppen und Material in der ersten Zeit zu gewährleisten. Die Größe dieser künstlichen Häfen macht es unmöglich, sie vor jeder Aufklärung zu schützen. Und sie verraten den Ort der geplanten Invasion, weil bei Calais natürliche Häfen zur Verfügung stünden. Darum muss der britische Geheimdienst alles tun, um zu verhindern, dass deutsche Spione hinter dieses Geheimnis kommen. Und natürlich setzen versucht die deutsche Abwehr unter Canaris alles, um den Ort der bevorstehenden Invasion zu erfahren.
  Der britische Geheimdienst hat fast alle deutschen Spione gleich zu Beginn des Krieges erwischt. Viele wurden „umgedreht“ und senden manipulierte Informationen nach Deutschland. Doch zwei Spione warten noch auf ihren Einsatz. Eine davon ist eine Frau, die sich unter der Identität von Catherine Blake bisher als „Schläferin“ unbemerkt in England aufhielt. Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Spionen ist sie eine bestens ausgebildete Topagentin. Nun wird sie auf einen amerikanischen Ingenieur angesetzt, der am Projekt „Mulberry“, den künstlichen Häfen, mitarbeitet. Und ihr gelingt es tatsächlich zur Liebhaberin dieses Mannes zu werden. Durch den abgefangenen Funkspruch, mit dem sie von ihrem Einsatz erfuhr, ist aber auch der britische Geheimdienst allarmiert und ihr auf den Fersen.
 
  Silvas Spionagethriller benutzt fast den gleichen Hintergrund, wie Ken Follett in seinem berühmten Roman „Die Nadel“. Auch die Handlung weist einige Parallelen auf. Aber Silva lässt in seiner Version mehr Protagonisten auftreten und widmet sich ihnen auch ausgiebiger. Dabei erzählt er die Handlung mit oft wechselnder Perspektive immer aus der Sicht wechselnder Personen. Und dieses stilistische Mittel beherrscht er seht gut. So vermeidet er simple schwarz-weiss Malerein und gibt auch den „Bösen“ eine nachvollziehbare Persönlichkeit. Damit erreicht er, dass der Leser praktisch auf beiden Seiten der Auseinandersetzung mitbangt. So ist z.B. der Kontaktmann der deutschen Spionen als sehr sympathische Figur beschrieben.
  Ein interessanter Hintergrund, eine bis zum Schluss spannende und mehrschichtige Handlung und gut gezeichnete Figuren. Kurzum ein rundum gelungener Spionagethriller, der durchaus mit den besten Romanen dieses Genres mithalten kann.

 

 

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