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Driss Chraïbi
Inspektor Ali im Trinity College


Von Volker Frick am 11.08.2001

 Bauernbulle
 
  Driss Chraïbi wurde am 15. Juli 1926 in El Jadida, Marokko geboren. Nach Koranschule und französischem Gymnasium in Casablanca Studium der Chemie und Medizin, explizit: Neuro-Psychiatrie, in Paris. 1952 Studienabbruch, ausgedehnte Reisen, Tätigkeit als Arabischlehrer, Chemiker, Ingenieur, Journalist, Nachtwächter und Photograph. Seit 1945 in Paris lebend erregte er 1954 internationale Beachtung mit seinem Roman Le passé simple, der den Aufstand gegen den Vater als Symbol für das Aufbegehren gegen verkrustete Gesellschaftsformen thematisiert. Sujet seiner weiteren Werke ist das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen, dem marokkanischen Patriarchat und dem französischem Kolonialismus. Bekannt in diesem Land durch seinen 1982 erschienenen Roman Die Zivilisation, Mutter! (im Original 1972 La Civilisation, ma mère!), hat Chraïbi auch Hörspiele verfaßt, darunter Adaptationen von Werken Hemingways.
  Und Inspektor Ali? Nun, eine Figur, die man so schnell nicht wieder vergißt. Ein Detektiv aus Casablanca, der den stocksteifen, distinguierten Gentleman von Scotland Yard nicht das Fürchten lehrt, aber sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine echte Prinzessin ist ermordet worden, und unser Inspektor Ali kombiniert messerscharf wie Sherlock Holmes und benimmt sich dabei wie ein marokkanischer Bauer. Chraïbi hat diesseits der Gesellschaftskritik zu einem Stil gefunden, der sich durch weise Ironie und spitzem Spott auszeichnet, und dem dahinter stehenden Skeptizismus an der westlichen Gesellschaft ist das nur förderlich. Ein Roman voller Witz, wie wir es von guter Unterhaltungsliteratur erwarten: Driss Chraïbi: Inspektor Ali im Trinity College, ist im Unionsverlag erschienen.

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