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Michael McClure
Über Jim Morrison

altaQuito Publikationen
2001


Von Volker Frick am 05.08.2001

  Initialikone: JDM. Vor dreissig Jahren in einer Badewanne in Paris hat ihn der ultimative Kick erreicht. Seine Gebeine ganz in weiss, the Lizard King. Und der Mond geht auf.
 Komischerweise ist dieses Geheul bis heute zu hören. Ein einsamer Wolf, der um ein Eismeer kreist. Worte gebären Krückstöcke. Sieh’ mich kommen Mutter. Niemand sieht deinen Schaukelstuhl. Aus dem Fenster die Maus. Aus, die Vögeln – bin ich hier im falschen Film? Jim Morrison studierte Film, gemeinsam mit Coppola, der für seinen filmischen Imperativ „Apocalypse now“ auch Musik der Doors heranzog, naheliegend in den Reisfeldern am Venice Beach, L.A. Eine Band, die ein paar Jahre existierte und doch einiges hinterliess an Musik, hymnisch intim, und deren shouter rasend gleich einem Schamanen den Kometen als Bild des Lebens zur Rotation auf dem Teller verhalf. Iss mich. Wer desertiert wird erschossen. Kein Blödsinn. Frauen tragen Unterwäsche. Warum nicht ein richtig grosser Krieg? Weil die Schulstunden ausfallen wie deine Haare. Dein Sommer ging vorbei. Unerwartet anderer Morgen – at night we swam the laughing sea.
  Wo schwimmen wir heute, wo tanzen wir jenseits der Strassen, und wenn ja, warum nicht? Crashitallmyfriend. Aber bevor du abtauchst. Ich sehe dein Gesicht nicht. Ich finde die richtige Lüge nicht. Du kannst deinen Geist nicht mit Mantras abfüttern. Und wo finde ich Heimstatt nach allem? Die Frauen werden älter und tragen Babys zum Fluß. Neueste Nachrichten. Der Mönch kaufte Nahrung, und hasste es. Verteidigen wir das Nichts. Das alles. Das Alles Nichts gewesen. Lass’ die Schlange raus, da ist Seide, China, oder war es Japan, Löwen, das Licht wird grösser, das Radio, noch immer Tiere, es wird schwieriger, Worte, Segler in der Unterwelt. Da musst Du jetzt durch. Textzeilen, oder lyrics, aber war Jim Morrison ein Dichter? Peitschen wir das Auge des Pferdes, wirst Du schlafen oder schreien? Auf dem Drahtseil hast du keine Fragen des Stils. Freistil, und da ist jmd an deiner Seite. Ich liebe Dich. Da war Regen im Fenster. Sie redete und wir lernten sprechen mit einem Ohr. So lange gesucht. Alles frei, und alles was wir in zwei Jahren haben gehen lassen... das Telefon gab keine Antwort, aber sie ist zuhause... ICH VERSCHLINGE DICH / MEIDE DABEI DEINE GESCHWÄTZIGEN / KNOCHEN. Hi, my name is Jim. Ein Dichter?
  Everybody loves my baby. Also ab durch die Mitte. Nach der exquisiten (echt kein Käse) Platte „An American Prayer“, 10 Jahre später nachgereicht, ok ok, was bleibt? Jim Morrison war ein grosser Dichter, und es gibt viel zu dicke Bücher über ihn. Das ist einfach so passiert. Und dann gibt es da noch den Lyriker Michael McClure und Frank Lisciandro, und die beiden unterhalten sich über Lyrik und so’n Zeug. McClure war mit Morrison befreundet, sie haben sogar gemeinsam an einem Drehbuch zu dem Roman The Adept von McClure gearbeitet (“... der Roman handelt vom Sensorium, die Handlung basiert auf sensorischer Erfahrung, und es ist ein mystischer Roman, ein Abenteuerroman über einen Anarchisten, einen idealistischen Kokaindealer der 60er Jahre, der Motorrad fährt. Eine Art soziopathischer Idealist damals in den 60ern, als es solche Leute gab.“), sure, mit Morrison als Hauptdarsteller, aber derjenige, dem sie’s vortrugen, sah Jim von der Rolle... (“Auch wenn ich es nicht gern sage, aber es lag vermutlich an seiner physischen Erscheinung.“). Hedonismus hinterlässt sichtbare Furchen. Das ist hörbar in diesem Dialog, und das Angenehme ist eigentlich das lesbare Wort, die Legende eines Dichters – ach, “I see the bathroom is clear / I feel that somebody’s near“, Spaziergänger auf dem 1807 eröffnetem Père Lachaise in Paris. Niemand da? Come on in.

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