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Wolfgang Borchert
Das Gesamtwerk

Rowohlt
354 Seiten


Von Christian Faulhammer am 30.01.1999

  Ja, zum Inhalt kann man nicht viel sagen: Einfach alles. Die bekannten Stücke wie "Draußen vor der Tür" über den Kriegsheimkehrer, dessen Platz zu Hause jetzt ein anderer einnimmt, oder die Kurzgeschichten "An diesem Dienstag" und "Mein bleicher Bruder". Daneben gibt es noch etliche Gedichte über Hamburg oder auch seine Jugend.
 
  Borcherts Gedichte, die während der ersten Kriegsjahre, davor oder im Gefängnis geschrieben wurden, strahlen eine Sehsucht nach Glück und Freiheit aus. In seinen stets sehr kurzen Versen beschreibt er z. B. ein Mädchen, das leben will, aber der Regen sperrt es ins Haus. Immer wieder die Sehnsucht; ein unbeschwertes Leben mit Mädchen, die neben ihm am Bootssteg sitzen, die er liebt, mit denen er schläft. Melancholisch beschreibt er die schönen Szenen vom traurigen (für ihn) aktuellen Standpunkt aus.
  Aber erst die Kriegserlebnisse treiben ihn zur Höchstform: Mit Naivität, aber auch Sarkasmus beschreibt er das Kriegstreiben und deckt auch gleich dessen Absurdität auf.
  Das Heimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür" beschreibt einen Soldaten, der aus der Kriegsgefangenschaft in Rußland wieder nach Deutschland kommt, aber keinen rechten Fuß mehr fassen kann. Gebrandmarkt durch seine Gasmaskenbrille und seinen Soldatenmantel wird er nirgendwo richtig akzeptiert und als er einen neuen Herd gefunden zu haben scheint, stellt sich heraus, daß er einem anderen dasselbe antut, das ihm widerfahren ist: Er "besetzt" ein fremdes Heim. Auch kann er nicht die Verantwortung für den Tod "seiner" Männer auf seinen Offizier abwälzen, der mittlerweile in einem schönen Haus lebt und den Soldaten verlacht. "Gibt den keiner, keiner Antwort?"

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