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Simon Singh
Fermat's last theorem
The story of a riddle that confounded the world's greatest minds for 358 years

Fourth Estate
1998
362 Seiten
ca. DM 27,-


Von Bruno Hopp am 24.05.2001

  Simon Singh gelingt es mit diesem schönen Buch, eine fesselnde und wirklich faszinierende Welt vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen. Selber studierter Mathematiker, schreibt er über das Lebenswerk des genialen Andrew Wiles, der nach mehreren hundert Jahren endlich eines der großen Rätsel der Mathematik - die "letzte Vermutung von Fermat" - schlüssig lösen konnte. Singh beschreibt zum einen die Personen, die wir heute als 'große Mathematiker' bezeichnen - immer lebensnah. Lebensgeschichten und persönliche Krisen ausgewählter Mathematiker wechseln mit Darstellungen zu mathematischen Fragen. Die "letzte Vermutung von Fermat" ist eines der wenigen mathematischen Probleme, die sehr leicht verständlich formuliert werden können - jedoch seine Bewältigung und ein tiefes Verständnis erfordern enormes mathematisches Können. So wird denn auch nachvollziehbar, wie ein gerade mal zehnjaehriger Junge - Andrew Wiles - durch die Lektuere eines bekannten Buches zur Geschichte der Mathematik (von E.T. Bell) so fasziniert wurde, dass ihn diese Faszination fuer Jahre nicht mehr losliess.
  Das Leben des Pierre de Fermat, geboren 1601 im südwestlichen Frankreich wird beschrieben, der in teils widrigen, heute würde mancher sagen 'langweiligen' Umständen zu seinen mathematischen Studien kam. Sein Werk wäre beinahe verloren gegangen, es bedurfte einer bemerkenswerten Reihe von ungewöhnlichen Ereignissen und Anstrengungen, bis ausgehend von seiner Entdeckung (die als "Fermats letzte Vermutung" tituliert wurde) eine Klarheit in diesem Bereich mathematischer Modelle und Theoriebildung Einzug halten konnte.
  Faszinierend wird der Lesestoff durch die Kombination aus biographischer Darstellung und theoretischem Hintergrund aufbereitet. Man erfährt Dinge über den berühmten Leonhard Euler, über die Theorie der Zahlen (Numerik) und die Ignoranz, die eine geniale Sophie Germaine beinahe zugrunde richteten, über Paul Wolfskehl und die Visionen eines David Hilbert oder Sir Bertrand Russell. Kurt Gödel, Alan Turing und viele andere Namen - sie alle haben Beiträge geleistet, die in diesem Buch leicht verständlich in den größeren Bezug zum Thema eingebaut werden. So ganz nebenbei wird somit ein wenig über die Geschichte dieser Zeit, über die wissenschaftlichen Moden und Gepflogenheiten so berichtet, dass man geradezu mitfiebert, wie denn diese Fragen wohl durch neue Erkenntnisse zu beantwortet wurden. Im Anhang erleichtern einige "Suggestions for further reading" den tieferen Einstieg in die Materie, so dass Interessierte sich schnell die Grundlinien wissenschaftlicher Argumentation hier erarbeiten können.
  Mit anderen Worten: dies ist nicht irgendein "populäres Sachbuch" wie so viele, sondern Simon Singh hat hier eine wirklich leicht lesbare, schöne Darstellung geschrieben! Ich könnte mir dies Buch aufgrund seines hervorragenden Englisch gut vorstellen in Kursen der Oberstufen (Klassen 11 aufwärts) und für Mathematikstudenten im Grundstudium. Einige grafische Elemente - Abbildungen und Fotos - machen das leicht lesbare Buch noch
 interessanter!
  Eine deutsche Übersetzung ist als Taschenbuch (ISBN: 342333052X, DM 19,50) bei dtv erschienen.

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