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Pablo De Santis
Die Übersetzung
(La traducción, 1998)

Unionsverlag
2000
Übersetzt von Gisbert Haefs
156 Seiten
DM 26,-


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Von Alfred Ohswald am 21.05.2001

  Miguel De Blast ist Übersetzer. Seine Ehe ist kaum mehr aufregend, und so nimmt er gerne eine Einladung zu einem Kongress über das Übersetzen an. Der Kongress findet in einem zum Teil ziemlich desolaten Hotel statt und Miguel trifft dort Ana, eine ehemalige Geliebte und ist einem Seitensprung im Prinzip nicht abgeneigt. Es taucht aber auch ein Bekannter aus früheren Jahren auf, mit dem ihn ein eher gespanntes Verhältnis verbindet und der ihm einst Ana ausspannte.
  Gleich am ersten Tag begeht einer der Kongressteilnehmer Selbstmord und es sollten zwischen den täglichen Vorträgen noch zwei weitere geschehen. Miguel hat Naum in Verdacht, darin irgendwie Verwickelt zu sein. Bei Nachforschungen findet er ein geheimnisumwitterte Sprache erwähnt und bei oder in der Nähe jeder Leiche eine Münze. Bei der dritten Leiche findet er Naums Namen auf einem Brief und dieser bietet ihm für sein Schweigen eine Erklärung an.
 
  De Santis schafft mit wenigen, unkomplizierten Sätzen eine Atmosphäre und Figurenportraits, für die manch andere Krimiautoren ganze Kapitel benötigen, wenn sie es überhaupt schaffen. Die etwas obskure Welt der Übersetzer und der abgelegene Veranstaltungsort des Kongresses sind ein denkbar glücklich gewählter Hintergrund und unterstreichen schon die Unwirklichkeit der Realität des Romans, bevor die Handlung tatsächlich dort ankommt.
  Unverkennbar ist auch der Einfluss von Jorge Luis Borges. So ist z.B. der alles archivierende Kommissar eine deutliche Anspielung auf die Kurzgeschichte „Die Bibliothek von Babel“. Die Mischung aus Krimi und phantastischem Roman passt auch gut in diese Tradition, die schließlich schon bei Poe ihre Wurzeln hat.

 

 

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