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Ernest Hemingway
In einem anderem Land
Hörbuch
(A Farewell to Arms, 1929)

Hörbuch Verlag
1998
Übersetzt von Annemarie Horschitz-Horst
DM 88,-


Von Alfred Ohswald am 17.05.2001

  Der Amerikaner Frederic Henry hat sich im 1. Weltkrieg freiwillig als Sanitäter gemeldet und dient an der Isonzo-Front bei den italienischen Truppen. Er lernt eine schottische Krankenschwester kennen, und versucht sie eher erfolglos herumzubekommen.
  Er wird bei einem Artillerieangriff am Bein verwundet und über Umwege in ein Lazarett in Mailand eingeliefert. Dort wird sein Bein erfolgreich operiert und er trifft Cathleen, die schottische Krankenschwester, wieder. Dieses Mal verliebt er sich ernsthaft in sie und sie erwidert eine Gefühle. Sie verbringen während seiner Genesungszeit eine glückliche Zeit zusammen in Mailand.
  Aber er muss bald zurück an die Front. Dort werden de Österreicher bei einem Angriff von mehreren deutschen Divisionen unterstützt und es gelingt ihnen der Durchbruch. Es beginnt ein hektischer Rückzug der Italiener und Henry ist mit seinen Sanitätern mittendrin. Schließlich stranden sie mit ihren Fahrzeugen auf matschigen Wegen und müssen zu Fuß weiter. Fast abgeschnitten, gelingt es Henry doch noch, zu den italienischen Truppen durchzukommen. Aber einer seiner Männer wurde erschossen und der andere begab sich freiwillig in Gefangenschaft.
  Bei den Italiener herrscht Chaos und Militärpolizisten greifen alle Offiziere auf, die nicht bei ihren Truppenteil sind. Sie werden ausnahmslos erschossen. Auch Henry gerät in ihre Hände und als er die Aussichtslosigkeit der Situation erkennt, unternimmt er einen waghalsigen Fluchtversuch. Es gelingt ihm tatsächlich, in den nahen Fluss zu springen und zu entkommen. Mit Glück entgeht er auch dem Ertrinken, doch jetzt wird er als Deserteur gesucht.
 
  Hemingways Frederic Henry wird hier so ungefähr ab der Mitte der Erzählung von Krieg und Heldentum desillusioniert und kümmert sich am Ende nur mehr um sein privates Glück. Von der, trotz der guten Dialoge, eher mäßig interessanten Liebesgeschichte abgesehen, erzählt er gleichzeitig von der Kameradschaft und dem Irrwitz.
  Hemingway war selbst tatsächlich Fahrer eines Sanitätswagens an der Isonzo-Front und kann so auf eigene Erfahrungen und Erlebnisse zurückgreifen. Das ist vermutlich auch der Grund das er die wirkliche Hölle des Grabenkrieges mit seinen menschenverschlingenden Angriffen, Gas, Flammenwerfer, Artillerieduellen usw. komplett ausspart und höchstens am Rande erwähnt.
  Literatur eignet sich meist sehr gut für Hörbücher und so ist es auch bei Hemingway. Gut vorgetragen wie hier, entfalten die brillanten Dialoge ihre Wirkung in ganz besonders deutlicher Form. Und Klassiker haben den Vorteil, dass ihre Bücher für die Hörbuchfassung der Unart des Kürzens unterzogen werden. Hier ist aber auch der Hörbuch Verlag generell eine positive Ausnahme.
 
 585 Minuten (6 MCs)
 Sprecher: Hans Clarin
 Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart

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