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Ian Rankin
Der kalte Hauch der Nacht
(Set in Darkness, 2000)

Manhattan
2001
Übersetzt von Christian Quatmann
541 Seiten
DM 46,-


Von Alfred Ohswald am 28.04.2001

  Ein ehemaliges Krankenhaus ist eines der Gebäude in Edinburgh, in dem das zukünftige Parlament Schottlands beherbergt werden soll. Bei den dabei nötigen Bauarbeiten wird ein seit gut 20 Jahren totes Mordopfer gefunden. Das sorgt für wenig Aufregung, doch als bald darauf in dem selben Gebäude ein Kandidat für die nächsten Parlamentswahlen ebenfalls ermordet aufgefunden wird, der noch dazu aus einer der führenden Familien Schottlands stammt, schaut es schon ganz anders aus.
  Inspektor Rebus wird der unbeliebte Kollege Linford zur Seite gestellt und mit den Ermittlungen beauftragt. Den weniger wichtig scheinenden Fall um die zuerst aufgefundene Leiche muss ein anderes Kollegenpaar übernehmen. Rebus’ Kollegin Clarke forscht einem rätselhaften Selbstmord eines Obdachlosen hinterher, bei dem ein Sparbuch mit 400.000 Pfund gefunden wurde und dessen Vergangenheit im Dunkeln liegt. Rebus hat den Verdacht, dass die beiden Mordfälle im zukünftigen Parlamentsgebäude etwas miteinander zu tun haben könnten, aber es weist vorerst nichts darauf hin.
  Obwohl es zwischendurch so aussieht, als ob Rebus den ehrgeizigen Libford unter Kontrolle bekommen könnte, bringt ihn der schließlich doch in große Schwierigkeiten. Und in dem Fall wird immer klarer, dass die Spitzen der Unterwelt von Edinburgh, Geschäftsleute und Politiker die Hände im Spiel hatten. Und das erleichtert die Ermittlungen natürlich nicht unbedingt.
 
  Die Krimis des schottischen Autors um Inspektor Rebus sind in England ziemlich erfolgreich, das gilt auch für „Der kalte Hauch der Nacht“, den elften Roman dieser Reihe. Rankin schafft interessante Charaktere mit Kanten, so hat seine Hauptfigur Rebus ein ziemliches Alkoholproblem. Auch bei der Handlung gibt es nichts zu beanstanden, sie ist trotz zahlreicher Handlungsstränge das richtige Mittelding aus Komplexität und nicht zu verworrenem Handlungsverlauf. So entsteht Spannung ohne Langeweile oder zu große Verwirrung aufkommen zu lassen. Die Rebus-Romane sind auf jeden Fall deutlich härter und pessimistischer als z.B. Elisabeth George, Martha Grimes oder Ruth Rendell.
  Ein paar Fehler haben sich eingeschlichen. Anscheinend hat Rankin nicht immer gründliche Recherchearbeit geleistet. So bezeichnet eine Frau Rebus als Affen-Mann nach einem Song der Rolling Stones. Abgesehen, dass hier eine Übersetzung nicht besonders klug ist, stammt das Lied „Apeman“ von der Gruppe Kings. Dieser Fehler ist besonders peinlich, weil der Autor offenkundig ein Fan besonders der frühen Rockgruppen ist. An anderer Stelle wird die Entstehung des Ritterordens der Templer mit der Suche nach Salamons Tempelschatz begründet. Die Templer wurden aber beim Kreuzzug nach der Eroberung Jerusalems zum Schutz dieser heiligen Stätte gegründet worden. Sie sollen selbst einen legendären Schatz besessen haben, der bis heute die Fantasie diverse Esoteriker auf Trab hält.

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