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Yasmina Khadra
Morituri
(Morituri, 1997)

Haymon
2001
Übersetzt von Bernd Ziermann und Regina Keil-Sagawe
159 Seiten
DM 34,-


Von Alfred Ohswald am 23.04.2001

  Llob ist algerischer Polizist und damit Freiwild für alle Arten von Terroristen auf der einen Seite und praktisch machtlos gegen die korrupten Eliten des Landes auf der Anderen. Unter diesen Umständen versuchen er und seine Kollegen mehr schlecht als recht ihre Arbeit zu erledigen.
  Ein mächtiger und einflussreicher Mann beauftragt Llob damit, seine abgängige Tochter zu finden und er macht sich bei der Suche gleich einige Feinde. Eine tote Prostituierte führt ihn auf die Fährte eines Terroristenführers, der sich Abou Kalybse (von Apocalypse) nennt. Und als ein Kollege entführt und ermordet wird und auch hier diese ominöse Figur dahinter zu stecken scheint, wird die Fahndung sein persönliches Anliegen. Dabei lässt er auch immer mehr jede Rücksicht fallen, doch als er Abou Kalybse gefunden hat, muß er feststellen, dass er noch lange nicht den Mann hinter den Attentaten gefunden hat.
 
  Der fast lakonisch wirkende Stil, in dem der Autor, der weibliche Name ist ein Pseudonym, den wenig aussichtsreichen Kampf seines Kommissars und die wahnwitzigen Zustände in Algerien beschreibt, verstärkt die das Buch durchdringende, hoffnungslose Atmosphäre. Sein zorniger und hartnäckiger Held lässt zwar nicht locker, aber kann an der hoffnungslos verfahrenen Situation des Landes und dem Martyrium des Volkes nichts ändern.
  Der Roman verbindet die Schilderung der Zustände, eine spannende Krimihandlung und hervorragend gezeichnete Figuren zu einem interessanten und gleichzeitig informativen Leseerlebnis. Er ist als reiner Krimi gelungen und bringt zusätzlich mehr Verständnis für das hilflos im Chaos steckende Algerien, als die meisten Sachbücher oder Dokumentationen schaffen.
  Es ist dies bereits der 3. Roman mit Llob als Titelhelden. Jedoch der Erste außerhalb Algeriens veröffentlichte.

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