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James Fenimore Cooper
Der letzte Mohikaner
Ein Bericht über das Jahr 1757
(The Last of the Mohicas. A Narrative of 1757, 1826)

Diogenes
1989
Übersetzt von Leonhard Tafel nach der Übersetzung von C. Kold u.a.(1841-43)
543 Seiten
€ 11,90


Von Alfred Ohswald am 23.04.2001

  Der junge englische Offizier Heyward soll zur Zeit des englisch-französischen Krieges in Amerika die zwei Töchter des Kommandanten von Fort „William Henry“ zu ihm bringen. Als Führer dient ihm der Indianer Magua. Als sie auf den Waldläufer Natty Bumppo und seine beiden indianischen Freunde Chingachgook und Uncas treffen, warnen diese sie vor Magua. Er versuchte sie in einen Hinterhalt der für die Franzosen kämpfenden Huronen zu locken. Der von seinen Freunden „Falkenauge“ genannte Bumppo führt sie bei der jetzt beginnenden Flucht und nach einigen Zwischenfällen, wo sogar einige von ihnen in die Gefangenschaft der Huronen geraten, schaffen sie es zu dem Fort.
  Doch dieses ist von überlegenen französischen Truppen eingeschlossen und steht kurz vor der Kapitulation. Als der französische Befehlshaber ihnen einen ehrenvollen Abzug zusichert, willigen die Engländer ein. Doch die auch hier auf der gegnerischen Seite beteiligten Huronen richten unter Maguas Führung ein Massaker an und Magua macht sich mit den Töchtern des Kommandanten als Gefangene davon. Falkenauge, Chingachgook, Unkas, Heyward und der Kommandant heften sich auf ihre Fersen um die beiden jungen Frauen zu befreien.
 
  Coopers zweiter Lederstrumpf-Roman ist wohl der Bekannteste der fünf Bücher mit diesem Helden. Die Sprache ist zeitgemäß ziemlich gewöhnungsbedürftig und darum ist diese Ausgabe wenig als Jugendbuch geeignet, obwohl es häufig dort eingeordnet wird. Dazu eignet sich eine modernisierte und gekürzte Fassung wohl besser. Auch die vor allem von der Hauptfigur oft und ausführlich von sich gegebenen Ansichten sind aus heutiger Sicht in vieler Beziehung überholt. Nicht zuletzt seine Betonung des reinen Blutes ist schon sehr deutlich rassistisch, was aber zur damaligen Zeit sicher nicht ungewöhnlich war. Allerdings redet Lederstrumpf generell etwas viel und geht dem Leser mit seinen weitschweifigen und schwülstig, pompösen Reden zeitweise schlicht auf die Nerven.
  Wem die schwülstige Sprache und die wunderlichen Ansichten der Figuren nicht zu sehr stören, hat einen klassischen Abenteuerroman vor sich in dem neben für die Zeit typische Schwärmerei für unverfälschte Natur und edle Wilde nicht zuletzt eine spannende Geschichte erzählt wird. Nicht zuletzt das aus heutiger Sicht stellvertretend für den Untergang der Indianer stehende Ende mit seiner Dramatik hat „Der letzte Mohikaner“ zum meistverfilmten Buch Coopers gemacht.

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