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Frank Ronneburg
Debian GNU
Linux-Anwenderhandbuch

Addison-Wesley
2001
600 Seiten
€ 34,95


Von Bruno Hopp am 23.04.2001

  Frank Ronneburg bietet allen Debian-Neulingen mit seinem schönen Buch von der ersten Seite an sehr viel an Erklärungen, an Hinweisen angefangen von den ersten Bildschirmen bei der Installation (und was es hier zu beachten gilt) bis hin zu etlichen gängigen Anwenderprogrammen. Das Buch ist (natürlich) keine Referenz zu allen Programmen, die Debian anbietet. Das wäre bei mehr als 4000 Paketen mit einem einzigen Buch nicht zu schaffen.
  Die reiche Linux-Erfahrung von Ronneburg macht sich bemerkbar, wenn er zu Beginn neben der verbreiteten i386-Architektur (landläufig "PC" genannt) etwa SPARC, Alpha, m68k, PowerPC usw. anführt, auf denen Debian ebenso lauffähig ist. Auch mit Screen-
 shots wird nicht gespart, so erfährt z.B. der Mac-User gleich, dass sein Bootprogramm "yaboot" heisst (und nicht "lilo" wie am PC). Manche Bemerkung zu GNU/Linux klärt den Leser im lockeren Tonfall darüber auf, was eben das Besondere an Open source Software ausmacht.
  Im Rahmen der Installation wird der bei Debian gängige "cfdisk" vorgestellt, die Beispiele zur Partitionierung sind sehr praxisnah. Nach den Hürden der Erstinstallation geht Ronneburg auf den laufenden Betrieb des Debian-Linuxsystems ein: Multitasking, root-Rechte,
 Userverwaltung und Gruppen, die Phalanx der häufigsten Benutzerprogramme werden vorgestellt. Wie das "Mounten" funktioniert, später natürlich wie mit dselect oder besser apt-get ein Update oder zusätzliche Software installiert wird. Die grafische Oberfläche "GNOME" ist bei Debian GNU/Linux natürlich elementar, zusammen mit X11 erklärt Ronneburg die Zusammenhänge leicht verständlich, ohne überflüssiges Kauderwelsch aber auch immer sehr präzise!
  Zugegeben: bei GNOME könnte man leicht noch hundert weitere Programme erwähnen - das Buch wäre dicker aber kaum informativer geworden. Und Debian bietet mit fvwm, fvwm2 ... auch etliche Alternativen für den grafischen Desktop.
  Drucken unter Linux ist natürlich so elementar wie überall sonst: die Funktion von Printfiltern, spoolern etc. kann noch so manches Abenteuer liefern - ausser man liest bei Ronneburg nach, wie es geht... Wichtiges Handwerkszeug: etwa Gimp für die Grafikbearbeitung, ElectricEyes als Viewer, Balsa für die email, der unvermeidliche gmc für die Dateiverwaltung - all dies kann ein Debian-Neuling hier nachlesen. Auch wie man mit Linux CDs brennt, Musik-mp3's abspielt wird erklärt.
  Basiswissen wird vermittelt bei der grundlegenden Netzinstallation - Kernelmodule, das TCP/IP-System und Weiteres wird erklärt. Mit diesen Erklärungen sollte wirklich jeder "sein" Debian auch fürs Netzwerk erfolgreich einrichten können. Logisch folgen nach dem Netzwerkkapitel einige wichtige Serverdienste: der populäre Apache Webserver macht den
 Anfang, FTP, DHCP und Samba folgen. Hier beginnt die Materie dann doch etwas technisch zu werden, wobei Ronneburg es hervorragend geschafft hat, mit kurzen Erklärungen das Wichtigste zu vermitteln, ohne den Leser mit technischen Details allzu sehr zu belasten - prima!
  Danach ein Kapitel: "Exotische Hardware", das zwar recht kurz, doch prägnant auf einige Spezialitäten bei Notebooks/Laptops, den inzwischen populären USB (=Universal Serial Bus) unter Linux eingeht (er funktioniert!!!) sowie die ebenfalls immer populärer gewordenen
 PDA's (manchmal auch Palmtops genannt). Hier findet sich mancher wertvolle Hinweis auf die wichtige Synchronisationssoftware, mit der ein Abgleich der Daten aus dem kleinen Gerät mit dem eigentlichen Debian GNU/Linux-system erfolgt.
  Besitzer "geräderter Mäuse" finden Tips, wie auch unter Linux und X11 lustig rauf- und runter gescrollt werden kann. Hinweise zum Kompilieren eines eigenen Linuxkernels sowie der Debian "Gesellschaftsvertrag" beschließen samt einem *sehr* nützlichen Index
 das Buch.
 
  Insgesamt hat Ronneburg ein wirklich herausragendes Buch für den Einsteiger mit Debian GNU/Linux geschrieben: leicht lesbar, praxisnah, dank Screenshots immer nachvollziehbar. Ein komplexes Betriebssystem wie Linux auf knappen 600 Seiten verständlich darzustellen, ist schon eine gewaltige Leistung, dabei wird dem Leser immer der Überblick über das
 "Ganze" Linux erhalten. Mancheiner wird einwenden, dass einzelne Themen nicht beachtet wurden (wie konfiguriere ich einen Proxy? Wie richte ich den DialD/WWWoffle/Sendmail für ein ganzes Netzwerk ein?) Ich finde: derartiges könnte durch zu viele Details den Einsteiger unnötig verwirren. Und wer schon mehr als nur den Kernel selbst kompiliert hat,
 der ist "Experte" und braucht eh keine Bücher mehr, der liest nur noch manpages...
  Für alle ernsthaften Einsteiger und Neulinge mit Debian GNU/Linux kann ich
 Frank Ronneburgs' "Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch" wärmstens empfehlen!
  Als Beilage ist 1x CDROM mit Debian GNU/Linux ver. 2.2 "potato" bei dem Buch zu finden.

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