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Vladimir Nabokov
Lolita
(1955)

Rowohlt
1999
527 Seiten
DM 16,90


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Von Sabrina Schreibmaier am 19.03.2001

  Auch wenn mein Alter nicht mehr als 17 Jahre beträgt, denke ich doch, dass es mir zusteht über das Buch LOLITA zu urteilen.
  Obwohl ich lange überlegt habe ob es richtig ist meine Meinung zu äußern, habe ich mich dennoch dazu entschlossen die Erfahrung die ich mit diesem Buch machte, mit ihnen zu teilen. Das einzige was mich bisher davon abhielt, war die Tatsache, dass meine Meinung im Gegensatz zu derer von manchen anderer, in großem Kontrast steht. Ich bin ein Befürworter dieses Buches. Obgleich Humbert Humbert ein Perverser ist und auch als solcher angesehen werden sollte, kann ich mich trotzdem nicht dazu durchringen ihn als solchen abzukanzeln. Ich kann mich trotz meines jungen Alters als belesen bezeichnen und demnach sehe ich es als meine Pflicht an dieses Buch in den Himmel zu loben! Keines meines bisher gelesenen literarischen Werke hat mich innerlich so ergriffen wie dieses! Als ich LOLITA beendete kullerte mir ein unaufhörliche Schwall von Tränen über mein Gesicht und tropfte mir am Kinn hinunter, schluchzend und nach Atem ringend schloss ich das Buch und niemand war da mit dem ich diese Schönheit teilen konnte! Weil keiner es verstehen hätte können und dieses Buches auch nicht würdig gewesen wäre. Meine erste Reaktion danach war Entsetzen das nach einiger Zeit in Verwirrung überging. Aber es war nicht so sehr der Inhalt der in mir das Entsetzen ausmachte sondern die Tatsache das ich Humbert Humbert in keiner Zeile die ich las verachtete. Im Gegenteil, ich war besessen von diesem Buch!!! Ich war erschrocken.. wusste nicht ob es richtig war was ich dachte und beim Lesen dieses Buches fühlte! Doch nach einiger Zeit des Überlegens war mir klar das mich nicht Humbert Humbert oder Lolita in seinen/ihren Bann gezogen hatte sonder die Sprache, die Sätze, die Worte... es fällt mir sehr schwer die richtigen Worte dafür zu finden, verzeihen sie mir das. Von Sprache kann man meiner Meinung nach fasziniert, ja begeistert, .... sein, aber was beschwor die vielen Tränen die ich während des Lesens dieses Buches vergoss hervor? Diese Antwort war leicht zu beantworten, es war die schönste und hoffnungsloseste Liebesgeschichte die ich je gelesen hatte! Während ich jedes Wort in mich aufsog, war es für mich unbegreiflich das ein Mensch (Humbert Humbert) einen anderen (Lolita) nur so vergöttern, auf eine so hoffnungslose Art und Weise mehr lieben kann als sein eigenes Leben. Deswegen fand ich es als traurig und zu tiefst erschütternd das seine Liebe nicht anerkannt oder gar erwidert wurde. ER TAT MIR LEID! Das tat er wirklich! Bin ich anormal?
  Demnächst werde ich mir die Verfilmung von LOLITA ansehen... doch ich denke das keine Inszenierung, wie gut sie auch immer sein mag, das Buch übertreffen könnte. Ich überlege sogar ob ich mich meiner Phantasie und meiner Verbindung zu dem Buch durch den Film berauben lassen soll... Meine Vorstellungskraft hat ihren eigenen Film erschaffen... und ich bin froh zuvor noch nie von diesem Buch oder dem Film je gehört zu haben. So konnte ich es ohne jedes Vorurteil lesen.. aber ich denke nicht das ich über das Buch anders denken würde, hätte ich mir im vorhinein ein Wissen darüber angeeignet.
  Ob mich ein Mensch jemals so sehr lieben wird wie Humbert Humbert seine Lolita, seine Carmen sein kleines verzaubertes Nymphchens?
  Eine Sache kam mir eben noch in der Sinn. Ich dachte Dolly würde Humbert gleichfalls anbeten...?

 

 

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