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Mika Waltari
Sinuhe der Ägypter
(Sinuhe Egyptiläinen, 1954)

Lübbe
2000
Übersetzt von Charlotte Linus
752 Seiten
DM 16,90


Von Alfred Ohswald am 19.03.2001

  Sinuhe wird während der Regierungszeit Amenhoteps III. (31. Jahrhundert v. Chr.) von seinen Stiefeltern in einem auf dem Nil schwimmenden Korb gefunden und von ihnen als Sohn aufgenommen. Sein Ziehvater ist Arzt und Sinuhe erlernt ebenfalls diesen Beruf. Als junger Mann verliebt er sich heftig in eine sehr gefährliche Frau, die ihm alles was er besitzt und noch den gesamten Besitz seiner Stiefeltern abnimmt. Die begehen darauf hin Selbstmord und Sinuhe muss einige Zeit bei den Leichenwäschern und Balsamierern arbeiten um für ihre Bestattung aufzukommen.
  Danach verlässt er Theben mit Hilfe und Begleitung seines ehemaligen Sklaven Kaptah und reist per Schiff nach Syrien. Dort etabliert er sich bald als Arzt und erringt ein ansehnliches Vermögen. Haremhab, ein Freund aus Theben und jetzt General bittet ihn die umliegenden Länder zu bereisen und dort Augen und Ohren offen zu halten. So reist Sinuhe wieder in Begleitung des gewitzten Kaptah zuerst in das Reich der Mitani und dann weiter nach Babylon. In Babylon befreit er eine junge Kreterin aus den Fängen des dortigen Königs und flieht in das Land der kriegerischen Hethiter und reist von dort weiter nach Kreta um seine Begleiterin nach Hause zu bringen. Doch dort erleidet er einen schweren Schicksalsschlag und kehrt niedergeschlagen heim nach Theben.
  In Ägypten herrscht jetzt Amenhotep IV., der den neuen Gott Aton verehrt und die alten Götter verbieten will. Bald nennt er sich Echnaton und gründet eine neue Stadt zu ehren Atons. Sinuhe wird ein Leibarzt und beginnt sich für die neue Religion zu begeistern. Doch die stürzt nicht nur Ägypten ins Unglück sondern sollte auch für Sinuhe zahlreiche weitere Schicksalsschläge bereit halten.
 
  Waltaris historischer Roman über die wohl am häufigsten beschriebene Zeit des alten Ägypten ist ein fantastischer Bilderbogen. Mit einer sehr gut passenden Sprache erzählt er die Geschichte seiner tragischen Figur inmitten dieser turbulenten Zeit. Bis heute kommt kaum einer der zahlreichen Romane zu diesem Thema an dieses Epos heran. Sein Sinuhe ist nicht ein klassischer Held, sondern ein Mensch voller tragischer Irrtümer der trotz eines guten Willens oft seine Mitmenschen ins Unglück stürzt. Der auf seinen eigenen Vorteil bedachte Kaptah bewirkt meist mehr Gutes als der selbstlose Sinuhe. Der Roman hat viel von einer griechischen Tragödie aber ist gleichzeitig ein fesselnder Schmöker, der man ungern aus der Hand legt, bevor man ihn zu Ende gelesen hat.
  Natürlich darf man an die historische Genauigkeit allein auf Grund der Zeit, aus der das Buch stammt, nicht allzu hohe Ansprüche stellen. Aber das gilt eigentlich auch heute noch für alle historischen Romane über eine Zeit aus der natürlich nicht sehr viel gesichertes Wissen existiert.

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