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Norman Spinrad
Greenhouse Summer

Tor Books
2000
320 Seiten
$ 6,99


Von Till Westermayer am 18.03.2001

  Nach diversen nicht so tollen Sachen endlich mal wieder ein gelungenes Buch von Spinrad - ich hab's mir aufgrund des Probekapitels auf seiner Homepage gekauft. Kurz die Geschichte: Monique Calhoun ist Citizen-Shareholder des nachkapitalistischen Syndikats Bread & Circuses (Public Relations etc.) und bekommt den Auftrag, die ViP-Betreuung der aktuellen
 UN-Klimakonferenz in Paris zu übernehmen. Dort angekommen, erfährt sie, dass ihr Auftrag etwas weiter reicht - und dass Bread & Circuses und die UN nicht ihre einzigen Auftraggeber sind.
 
  Der Treibhauseffekt und seine Effekte in der nicht allzufernen Zukunft bildet nicht nur das hinreißend geschilderte Hintergrundszenario, vordem der Roman spielt, sondern auch einen Hauptstrang des Buchs: Ist Condition Venus - also der exponentielle, nicht mehr umkehrbare Temperaturausstieg, der alles Leben auslöschen wird, unausweichbar? Auch darauf muss Monique Calhoun eine Antwort finden. Sie selbst ist dabei hin- und hergerissen zwischen Blau und Grün, zwischen den Verlierern - den untergegangenen oder völlig ausgedürrten Lands of the Lost im Süden - und den Gewinnern - das goldene Sibirien, Paris, das mehr und mehr dem inzwischen ebenfalls untergegangene New Orleans ähnelt, ...
  Die von Spinrad geschilderte Zukunft baut konsequent auf der Prämisse auf,
 dass Kapitalismus (ebenso wie der Nationalstaat) hier ein zwar noch einflußreiches, aber veraltetes Relikt ist - und dass statt dessen Syndikate mit citizen-shareholders das Geschick bestimmen. »Never be a citizen of anything in which you would want not to hold shares.« (120) Von kapitalistischen Großkonzernen unterscheiden diese sich insbesondere
 dadurch, dass sie eine Moral kennen. Aber neben den Syndics - B&C, aber auch die »Bad Boys« und ein syndikalistischer Mossad-Nachfolger - spielen die alten kapitalistischen unmoralischen Konzerne weiterhin eine wichtige Rolle - vor allem die Klimatechnik-Firmen, die mit Orbitalspiegeln und Wolkengeneratoren, gentechnisch veränderten Pflanzen und anderem ihren Profit aus der Klimakatastrophe ziehen. »The Big Blue machine is ... a
 machine. A mechanism for generating profit with no human responsiblity in the circuit, individual or collective.« (235)
  Und nicht zuletzt gibt es auch für die Freunde von Cyborgs eine Überraschung in diesem Buch.

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